13.02.2015

Hotelmarktreport Wien: Aussichten positiv

Die Hotel- und Tourismusberatung Kohl & Partner beleuchtet in ihrem Report zum Hotelmarkt in der österreichischen Hauptstadt die Erfolgsfaktoren und Problemfelder der Branche.

Im Vorjahr stiegen die Nächtigungen in Österreichs Hauptstadt um 6,3 Prozent auf 13,5 Millionen. Im Gegensatz zu 2013 konnten die Wiener Hoteliers laut Kohl & Partner von dieser überaus positiven Entwicklung profitieren. Auf einzelbetrieblicher Ebene verzeichnete man eine leicht gestiegene Netto-Zimmerrate sowie eine verbesserte Jahres-Zimmerauslastung.

Die durchschnittliche Jahres-Zimmerauslastung lag 2014 bei 72,3 Prozent und damit 2,1 Prozent über dem Vorjahr. Verbessert werden konnte außerdem die durchschnittliche Netto-Zimmerrate (Average Daily Roomrate). Nach einem deutlichen Rückgang im Jahr 2013 stieg diese wieder auf 96,30 Euro (+1,6 Prozent) (Anm.: Quelle STR Global. Rund ein Drittel aller Hotelzimmer in Wien sind in diesem Benchmarkvergleich erfasst). Der Wert liegt aber immer noch unter dem des Jahres 2012. "Wir sprechen hier also nur von einer geringfügigen Verbesserung. Von einem für alle Segmente gesunden Preisniveau in Wien sind wir im Gegensatz zur Zimmerauslastung noch entfernt", so Matthias Hautli, Geschäftsleiter des Wiener Büros von Kohl & Partner.

Neue Zimmer, zu niedrige Preise

In den letzten zehn Jahren konnten die Nächtigungen in der Destination Wien um 49,8 Prozent gesteigert werden. Das Bettenwachstum betrug im gleichen Zeitraum 45,2 Prozent. Neue Kapazitäten konnten demnach durch neue Gäste gefüllt werden. Ein Problem sind weiterhin die seit mehreren Jahren stagnierenden Zimmerpreise sowie gestiegene Kostenpositionen. "Nicht jeder neue Hotelbetrieb nützt der Destination Wien und deren Hoteliers gleichermaßen. Zwar locken neue Marken auch neue Gästeschichten nach Wien, jedoch helfen nur Betriebe mit hoher Anziehungsqualität das Preisniveau nachhaltig zu steigern", argumentiert Hautli.

Sowohl was das zukünftige Hotelangebot als auch die Nachfrage betreffen, liegen Hotels im Budget- bis Midscale-Segment weiterhin im Trend. "Auf den angrenzenden Entwicklungsflächen des neuen Hauptbahnhofs kommen 2015 rund 1.000 neue Zimmer in diesen Segmenten auf den Markt". Zudem verschieben sich die Nächtigungsanteile hinzu Hotels niedrigerer Kategorien. Allein die 2-/1-Stern Hotels steigerten ihre Nächtigungen in den letzten zehn Jahren um 182 Prozent.

Positive Aussichten

Für 2015 sieht Kohl & Partner die Voraussetzungen für eine weitere positive Nachfrageentwicklung gegeben. Hautli: "Wien ist auf den internationalen Märkten sehr gut aufgestellt und kann vom anhaltenden Städtereisentrend in Europa profitieren. Eine konstant steigende Nachfrage ist aber auch notwendig, um die neuen Kapazitäten zu füllen und die Kennzahlen auf einzelbetrieblicher Ebene weiter zu verbessern". Zudem machen ein gut gebuchtes Kongressjahr sowie der Eurovision Song Contest Hoffnung auf eine gute Preisdurchsetzung.

Mittelfristig besteht in Wien aus Sicht von Matthias Hautli sogar die Möglichkeit einer sich deutlich erholenden Marktentwicklung. "Projekte mit insgesamt mehreren tausend Zimmern an einem Mikrostandort wie dem Hauptbahnhof werden in Zukunft, allein schon auf Grund des Mangels an Grundstücksflächen, nicht mehr möglich sein. Nach Fertigstellung aller neuer Hotels rund um den Hauptbahnhof ist vielmehr ein organisches Wachstum zu erwarten"

Der Bericht von Kohl & Partner zum Hotelmarkt Wien 2015 steht auf www.kohl.at kostenlos zum Download bereit.

Newsletter bestellen

Mediadaten