09.12.2021

Hotelprojekt Freistadt: Es spießt sich

Hotelier und Projektbetreiber Dietmar Hehenberger spricht von exorbitanten Preiserhöhungen nahezu aller Gewerke und muss einen Investor mit ins Boot nehmen.

Dieses Mal sind es nicht Behörden, die ein Projekt verzögern oder gar zu Fall bringen, sondern das Marktgeschehen. Hotel „Guglwald“-Eigentümer Dietmar Hehenberger, der in Freistadt ein Hotelprojekt mit 100 Zimmern, Skyrestaurant, Infinity-Pool und Markthalle realisieren will, berichtet im Stammgast.Online-Gespräch von teilweise exorbitanten Preissteigerungen: „Der Kostenvoranschlag für die Fenster lag im Jänner bei 504.000 Euro; jetzt liegen wir bei 867.000 Euro. Der Infinity-Pool hätte im Frühjahr 180.000 Euro gekostet, das Angebot lautet jetzt: 292.000 Euro. Für Holzböden wurde ein Quadratmeterpreis von 25 Euro festgeschrieben, jetzt will der Hersteller 51 Euro. Ähnlich die Granitplatten, die draußen verlegt werden sollen: hier stieg der Preis von 40 auf 85 Euro“, zeichnet Hehenberger ein düsteres Bild über die Kostenexplosion.

Befreundeter Unternehmer springt ein

Über Preissteigerungen einzelner Gewerke zwischen zehn und 15 Prozent regt sich der Unternehmer gar nicht mehr auf, weil das sowieso im Rahmen liegt. Auch der Baumeister verlangt zwischen 20 und 30 Prozent mehr. Alles in allem erhöht sich das Freistädter Hotelprojekt in absoluten Zahlen um satte acht Millionen Euro. Hehenberger zu Stammgast.Online: „Im Jänner lagen wir mit unserer Investitionsrechnung bei 15 Millionen Euro, jetzt stehen wir bei 23.“

Das wirft natürlich die Frage nach der generellen Finanzierbarkeit des Projektes auf. Hehenberger samt Familie sieht sich im Stande die Summe zu stemmen, verweist aber auf die langfristige Bindung, die damit verbunden wäre. „Der nachfolgenden Generation so eine Bürde aufzuhalsen will ich nicht.“ Ein gewichtiges Argument für den erfolgsverwöhnten Hotelier, sich nach einem Investor umzusehen. Und den er nach eigenen Angaben auch „schon gefunden hat. Ein befreundeter Unternehmer, der nicht nur interessiert ist, sondern auch in der Hotellerie bereits investiert ist. Mehr wird erst verraten, wenn die Verträge unterschrieben sind.“

Stadtpolitik als weitere Unbekannte

Inzwischen haben sich für Hehenberger auch die Rahmenbedingungen mit der Stadtpolitik gravierend verändert. Der Hotelier fädelte den Deal im Frühjahr mit der regierenden Bürgermeisterin (ÖVP) ein. Letzte (und oft entscheidende) Details sollten nach der Wahl fixiert werden. Allerdings manövrierte sich die Stadtchefin völlig ohne Not in eine lokalpolitische Schlammschlacht und verlor glatt die Wahl gegen ihren SPÖ-Konkurrenten. So wird dieses Hotelprojekt gleich zur Nagelprobe des ersten roten Stadtchefs in Freistadt seit Menschengedenken werden.

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