13.09.2021

Hotelsterne versus Onlinebewertungen

Haben Hotelsterne angesichts von Online-Bewertungsplattformen ausgedient? Dieser Frage ging eine Studentin der FH St. Pölten in ihrer Diplomarbeit auf den Grund.

Die Sommerreisezeit geht zwar gerade zu Ende, doch so mancher plant schon den nächsten Trip. Zur Recherche nutzt die Mehrheit der Bevölkerung das Internet; digitale Bewertungsplattformen wie Holidaycheck erfreuen sich anhaltender Beliebtheit. Verstauben indes die guten, alten Hotelsterne als Kriterium? Und wenn Bewertungen gelesen werden, worauf achten die Konsumenten, und gibt es zielgruppenspezifische Unterschiede?

Laut der Diplom­arbeit von Pia Steurer fällt das Resultat für die Sterne doch ganz gut aus. Einer Befragung unter 211 Personen zufolge ziehen 89 Prozent diese als Auswahlkriterium für ein Hotel heran. Für 58 Prozent handelt es sich dabei um Vier-Sterne-Unterkünfte, welche somit die bevorzugte Anzahl an Sternen über alle Altersgruppen hinweg repräsentieren. Die Beeinflussung von Hotelsternen und Onlinebewertungen wird jedoch unterschiedlich stark empfunden, wobei die Auswirkung von Sternen im Durchschnitt sogar höher als jene von Onlinebewertungen ausfällt, wie Steurer festhält. Die Untersuchung zeige vor allem auch, dass beide Faktoren korrelieren und sich nicht ausschließen. „Sie bekleiden im Kaufentscheidungsprozess folglich komplementäre, einander verstärkende Rollen, wodurch die Relevanz von Hotelsternen auch in der Welt von Tripadvisor und Co bestätigt werden kann.“

Junge glauben Plattformen

Die Mitgliedschaft eines Hotels bei einer Vereinigung oder die Auszeichnungen von Bewertungsplattformen bestärken zwar die positive Wahrnehmung von Sternen zusätzlich, spielen allerdings eine untergeordnete Rolle. Auffällig sei, dass die genannten Beispiele für 30 Prozent der Befragten gänzlich unbekannt sind. „Diese Erkenntnis ist insofern bedeutsam, da 26,8 Prozent der booking.com-Nutzer nicht mit dem Label ,preferred partner‘ von booking.com vertraut sind.“

Beim Alter kristallisiert sich heraus: Je jünger der Befragte war, desto eher empfand er Onlinebewertungen als glaubwürdig; desto intensiver verspürte er die davon ausgehende subjektive Beeinflussung auf das Entscheidungsverhalten. „Diese Effekte konnten bei Hotelsternen nicht festgestellt werden“, ergänzt Steurer. In puncto Hoteleigenschaften rangiert übrigens die Sauberkeit an erster Stelle. Auf dem letzten Platz liegt das Fitnesscenter.

Der Artikel erschien zuerst in der Ausgabe 35-36/2021 des HORIZONT. Hier zum Abo.

(Von Nora Halwax)

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