07.07.2022

Im Verbund zu neuer Stärke

Die Pandemie brachte zahlreiche Buffets in Krankenhäusern an den Rand ihrer Existenz, manche blieben auf der Strecke. In der AUVA fasste man sich ein Herz und führt verwaiste Bistros nun in Eigenregie.

Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt hat mannigfaltige interne Dienstleistungen, die für den Systemerhalt von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen maßgeblich sind, in einer eigenen Betriebsgesellschaft gebündelt. Diese hört auf den Namen AUVB (Allgemeine Unfallversicherungs-Betriebsgesellschaft m. b. H.) und deren Hauptaufgabe – grob gesagt –besteht darin, dass Patientinnen und Patienten rund um die Uhr in einem optimalen Umfeld bestmöglich behandelt werden.

Ein, wenn auch minimaler, Teil dieses Umfeldes sind diese klassischen Spitalbuffets. Es sind kleine Oasen, die eine Spur „normales Leben“ außerhalb des klinischen Alltags einer Krankenanstalt erlauben. Wo es Rätselhefte, Yellow-Press und Revolverblätter zu kaufen gibt, aber auch Tabak- und Rauchwaren, Briefmarken und vielleicht sogar ein Lottoschein gelöst werden kann. Gepaart ist dieses Angebot nicht selten mit einer Cafeteria: frisch gebrühter Kaffee, ein Stück Torte, eine Pralinenschachtel für den Krankenbesuch oder auch Spielkarten – all das sind beliebte und geübte Ablenkungsmanöver.

In den allermeisten Fällen werden diese Buffets an private Pächter vergeben und sind somit nicht Teil der Versorgung von Patienten. Aufgrund pandemiebedingter Schließungen für hausfremde Personen, aber auch für Angehörige von Patienten ist den Cafeterias von einem Moment auf den anderen die wichtigste Klientel weggebrochen, manchen Betrieben gar die Unternehmensgrundlade entzogen worden. Nach wie vor herrschende und teilweise strikteste Zutrittskontrollen machen den Buffets das wirtschaftliche Überleben nicht unbedingt leichter.

Im Traumazentrum Wien am Standort Meidling führt die AUVB das Buffet nun in Eigenregie. Gastronomieleiter Manfred Ahorner im Gespräch mit HGV PRAXIS: „Pensionsbedingt ist ein Wechsel ins Haus gestanden, aber auch pandemiebedingt sahen wir uns gezwungen zu handeln. Unter diesen Voraussetzungen sind wir zu dem Entschluss gekommen, das Buffet in Eigenregie weiterzubetreiben. Aber es ist auch für uns nicht leicht ökonomisch erfolgreich zu handeln, weil wir mit den gleichen Bedingungen zu kämpfen haben.“

Das hinderte die AUVB jedoch nicht daran, das Buffet gestalterisch auf Vordermann zu bringen. Ein neues Logo „Schau vorbei“ macht Lust auf einen Buffetbesuch, die Terrasse mit Sonnenschirmen präsentiert sich einladend und auch das Angebot kann sich sehen lassen. Hausgemachte Mehlspeisen, Leberkäse, Eis und Naschwaren sind gekonnt in Szene gesetzt und finden auch Käufer. Und natürlich ist der Kaffee ein Bringer: vom Espresso bis zum Cappuccino werden sämtliche Spezialitäten angeboten.

Bei aller Freude über das Zusatzgeschäft hält Gastronomieleiter Ahorner den Ball flach: „Es ist wie in jedem Betrieb, man muss klein anfangen und sich seine Stammklientel erarbeiten. Mit den Lockerungen kommen auch vermehrt hausfremde Gäste in das Buffet, meist Besucher, Kunden, Mitarbeiter von externen Firmen, aber auch Nachbarn aus der Umgebung.“

Neben dem Buffet im Traumazentrum Wien am Standort Meidling führt die AUVB auch das Outlet im UKH in Graz seit Jahresbeginn. Das Angebot ist als zusätzliches Service zu verstehen und bietet immer mehr Gästen eine willkommene Abwechslung und Auszeit vom Alltag.

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