30.10.2020

In die Garage mit den Covidioten!

Das Wohl dieses Landes steht auf dem Spiel. Bedeutet ein zweiter Shutdown nun vorsätzlichen Mord an einer Branche oder ihre Rettung? Ein Kommentar von Axel Schimmel.

Wenn Sie der Meinung sind, der Autor dieser Zeilen hat von Corona absolut keine Ahnung, dann haben Sie damit vollkommen Recht. Ich weiß über das Virus genau das, was ich darüber lese; in Zeitungen, im Rundfunk, im Internet – ob und inwieweit seriös – nicht einmal das kann ich sagen. Ich kenne niemanden in meinem Bekanntenkreis, der infiziert war, geschweige denn jemanden, der daran starb. Super-Basti lag in seinen Prophezeiungen, die er im Frühjahr gemacht hat, somit falsch, denen zufolge jeder jemanden kennen würde, dem genau das widerfuhr.

Die Einschläge rücken näher

Nun steigen die Fallzahlen dramatisch und massiver an als im Frühjahr und irgendwie beschleicht mich das Gefühl, die „Einschläge“ rücken näher, um mal die gute, alte Kriegsrhetorik zu bemühen. Aktuell wird alle Kraft dafür eingesetzt, die zweite Welle zu brechen. Mit den üblichen Methoden: Nachdem Deutschland die Wirtshäuser nach Allerheiligen per Verordnung schließt, wird Österreich wohl nachziehen (müssen). Unsere tschechischen Nachbarn verordneten sogar eine Ausgangssperre von 21.00 Uhr bis 5.00 Uhr Früh.

Und das alles wegen einem Haufen unverbesserlicher Wohlstandsverwahrloster, die mit ihren Gewohnheiten nicht brechen wollen und vorsätzlich auf Schutzmaßnahmen pfeifen, indem sie ihre Sauforgien in Garagen und Gartenhütten verlegen. Ich würde diese Covidioten in den Garagen belassen und von außen zusperren. Aber ohne Heizung.

Kann ein zweiter Shutdown die Wintersaison retten?

Der Kitzbühler Hotelier Christian Harisch (der erst kürzlich von Hotel & Touristik zum Hotelier des Jahres ausgezeichnet wurde) hatte vollkommen Recht, als er in der Sendung „Im Zentrum“ meinte, ein Lockdown im Frühherbst könnte die Wintersaison retten. Wahrscheinlich gilt das gleiche für die Gastronomie. Als Weltmeister der Gastfreundschaft ist es zwar möglich, zu sechst an einem Tisch zu essen oder sich bei einem Glaserl Veltliner zu unterhalten. Der Charme dieser Szenerie ist irgendwann aber auch endenwollend. Falls strikte Kontaktbeschränkung das einzige Mittel ist, diesen Auswüchsen Herr zu werden, werden auch die Wirtshäuser ihre Rollläden herunterlassen müssen.

Ohne einen finanziellen Kraftakt der Unterstützung für die Branche wird das aber nicht funktionieren. Deutsche Wirte sollen für die Zeit des zweiten Shutdowns immerhin 75 Prozent der Umsätze aus dem Vergleichszeitrum des Vorjahres bekommen, Finanzminister Scholz machte dafür zehn Milliarden locker. Eine Milliarde – um das berühmte Zehntel für Österreich zu bemühen – wird nicht reichen, weil die Branche bei uns wesentlich bedeutender ist. Auf ein paar Milliarden mehr oder weniger kommt es jetzt auch nicht mehr an. Denn eines weiß ich ganz sicher: Dass ich den Abbau der jetzt angehäuften Schulden nicht mehr erleben werde.

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