23.02.2022

Insolvenz bei Steirerwein und Streit der Eigentümer

Harte Bandagen von Unternehmer Hans Kilger: Er legt Miteigentümer Christian Reiterer Verletzung der Treupflicht zur Last. Der sieht hingegen den Münchner Investor in der Verantwortung. 

Die Grazer Steirerwein Produktion & Handel OG hat am Dienstag, den 22. Februar, Insolvenz angemeldet. Die Verbindlichkeiten betragen laut Insolvenzantrag 2,24 Mio. Euro. Diesem Betrag stehen offene Forderungen in Höhe von 2,1 Mio. Euro sowie weiteren 200.000 Euro für getätigte Bestellungen für Sekt an die Domaines Kilger GmbH & Co KG gegenüber. Also ein Gesamtbetrag an offenen Forderungen von 2,3 Mio. Euro.

Christian Reiterer, dem Miteigentümer der Steirerwein Produktion & Handel OG, die 1996 von ihm gegründet worden war: „Ich bin vom Verhalten des ehemaligen Vertragspartners Hans Kilger schockiert und kann eine zukünftige Geschäftsbeziehung kategorisch ausschließen“, so der Winzer in einer Presseaussendung. Er wirft Kilger vor, vertraglich festgelegte sowie vereinbarte Ziele „konnten seitens Kilger nicht realisiert und getätigte Investitionen nie einer entsprechenden Nutzung zugeführt werden“. Das Weingut Reiterer ist vom Insolvenzverfahren nicht betroffen. 

Kilger kontert ebenfalls in einer Aussendung: „Wir haben nachweislich in Millionenhöhe investiert.“ Der Münchner war 2015 mit seiner Domaines Kilger in das Unternehmen eingestiegen. „Von Beginn an war unser Engagement darauf ausgerichtet, die wirtschaftliche Tragfähigkeit sowohl von Reiterer als auch von Steirerwein zu erhalten“, so Kilger. „Aufgrund zu Tage getretener unüberbrückbarer wirtschaftlicher und persönlicher Differenzen haben wir uns dazu entschlossen, alle notwendigen Schritte einzuleiten, um die Kooperation zu beenden.“

Er wirft seinem Geschäftspartner „massive unternehmerische und menschliche Verfehlung vor. Seit einem Jahr werden die Umsätze des größten Kunden, einer namhaften international tätigen Lebensmittelkette, von Steirerwein in ein von ihm geführtes Unternehmen umgeleitet. Er hat entgegen seiner Pflichten und widerrechtlich gehandelt, weshalb wir bereits im Vorjahren diverse gerichtliche Schritte einleiten mussten.“ Harter Tobak in der Steiermark. Auch dass Reiterer den Insolvenzantrag eingebracht habe, entspreche nicht der Wahrheit, so Kilger. Dieser wurde bereits am 8. Februar diesen Jahres von der Domaines Kilger eingebracht. Unternehmerisch läuft es nicht nach Wunsch für den Deutschen: Neben Steirerwein hat man auch die Mangalitza-Schweinezucht La Gioia und das Weingut Domäne Müller beendet.

(Red)

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