07.11.2019

Insolvenzen: Die ersten Jahre sind die schwierigsten

Wie eine aktuelle Analyse des KSV1870 bestätigt, stellen die ersten Jahre nach einer Firmengründung für Jungunternehmer eine echte Bewährungsprobe dar. In Wien ist die Zahl der Jungunternehmer-Pleiten am höchsten.

Aus den Unternehmensinsolvenzen des Jahres 2018 geht hervor, dass österreichweit 34,5 Prozent der insolventen Unternehmen nicht älter als vier Jahre alt sind. Für 2,7 Prozent oder 136 Unternehmen erfolgt das Ende bereits im ersten Jahr der Gründung. Zum Vergleich: 2015 waren es nur 1,5 Prozent – das bedeutet ein Plus von 80 Prozent.

Im Bundesländervergleich sind die Wiener Jungunternehmer am wenigsten langlebig – hier sind es knapp 40 Prozent. Dahinter folgen Oberösterreich (35,7 %) und Tirol (35,3 %). Im Gegensatz dazu weisen die Steiermark und Vorarlberg im Bundesvergleich den besten Wert auf – hier sind jeweils 29,4 Prozent der insolventen Firmen nicht älter als vier Jahre.

Diese Analyse bezieht sich nur auf insolvente Unternehmen und sagt nichts darüber aus, welcher Anteil der Gründer in den ersten vier Jahren insolvent wird. Keinesfalls werden also in Österreich 34,5 Prozent der gegründeten Unternehmen bereits innerhalb von vier Jahren insolvent – dieser Wert liegt eher bei knapp unter 10 Prozent.

Es ist wieder „cool“, Unternehmer zu sein 

Auch wenn die Zahl der Gründungen im Jahr 2018 gegenüber den vorangegangenen Jahren leicht rückläufig ist, hat sich in Österreich ein neuer Spirit für das Unternehmertum etabliert. Gleichzeitig zeigt sich aber, dass die heimische Gründer-Szene im internationalen Vergleich nach wie vor Aufholbedarf hat - insbesondere wenn es darum geht, frisches Kapital zu lukrieren.

„Ein Faktor, der für viele rasch zur unüberwindbaren Hürde wird“, erklärt Ricardo-José Vybiral, CEO der KSV1870 Holding AG. „Gleichzeitig ist die Anfangsphase ist auch eine Art Feuertaufe. Schafft man es über diese Hürde, erhöht sich die Chance, sein Unternehmen nachhaltig zu etablieren, maßgeblich.

 

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