27.11.2018

Investitionen in zukünftige Wintersportgäste

Die Skigebiete brauchen begeisterte Wintersportgäste die immer wieder zurückkehren. Die Basis dafür wird bei den jungen Gästen gelegt. In der Steiermark wird die Durchführung von Skikursen nun mit einer Transport-Förderungsaktion unterstützt, in Salzburg gibt es eine Nachwuchs-Offensive im Tourismusmarketing.

Das Ende der Schulskikurs-Pflicht Mitte der 90er-Jahre war eine Zäsur. Die Zeiten, in denen auch Kinder in Ballungszentren wie Wien ganz selbstverständlich die „Brettln“ angeschnallt haben, sind längst vorbei. Weniger Schüler, aber auch relativ hohe Kosten für die Eltern führen dazu, dass in der Steiermark immer weniger Schulskikurse stattfinden. Die Steiermark ist ein traditionelles Wintersportland. Von den rund 330 steirischen Schulklassen, die im Vorjahr einen Schulskikurs gebucht haben, ist aber nur rund die Hälfte in ein steirisches Skigebiet gefahren.

Damit steirische Schulen mit ihren sportlichen Aktivitäten nicht auch noch in andere Bundesländer auspendeln, unterstützt das Tourismusressort des Landes ab dem Schuljahr 2019/20 die Durchführung von Skikursen mit einer Transport-Förderungsaktion. In den beiden kommenden Schuljahren übernimmt es die Kosten für den Hin- und Rücktransport per Bus oder Bahn, berichtet die APA. Für die beiden kommenden Jahre stehen jährlich jeweils 200.000 Euro zur Verfügung. Bedingung sei, dass der Kurs mindestens vier Übernachtungen umfasst und mindestens drei Angebote von Transportunternehmen eingeholt werden. Einreichungen sind ab dem 4. Februar 2019 möglich. 

Die Top-Position soll ausgebaut werden

In Salzburg geht man hingegen von anderen Voraussetzungen aus, man ist die Nummer-eins-Destination bei Wintersportwochen in Österreich. Pro Jahr werden in Österreich rund 3.000 Wintersportwochen durchgeführt, mehr als 130.000 Schülerinnen und Schüler nehmen daran teil. Der Großteil davon kommt ins SalzburgerLand, das mit einem Anteil von über 40 Prozent und damit doppelt so viele Wintersportwochen beherbergt wie die Steiermark an zweiter Position (Quelle: Servicestelle Wintersportwochen).

Nachwuchs-Offensive im Tourismusmarketing

„Diese Position wollen wir nun aktiv stärken und weiter ausbauen“, erklärt Leo Bauernberger, Geschäftsführer des SalzburgerLand Tourismus (SLTG). In der Marketingarbeit setzt man im ersten Schritt dabei insbesondere auf die großen Nahmärkte und Ballungszentren in Ostösterreich (rund 2 Mio. Nächtigungen im Winter) und Deutschland (6 Mio. Nächtigungen) bzw. dessen bevölkerungsreichstes Bundesland Nordrhein-Westfalen (1 Mio. Nächtigungen) ab.

Beim Winteropening „Marxer Alm“ in der Marx-Halle in Wien vergangenes Wochenende wurden tausende Schüler aus der Bundeshauptstadt zum Winteropening begrüßt. Dort tauchten sie ein in eine vom SalzburgerLand und den Partnerregionen Zell am See-Kaprun, Obertauern und Salzburger Sportwelt gestaltete alpine Winterwelt. Und in Nordrhein-Westfalen betreibt die SLTG gemeinsam mit sechs Salzburger Partnerregionen durch die Kooperation mit dem Skihalle Neuss bereits seit vielen Jahren eine Nachwuchsschmieden-„Außenstelle“. Hier stehen jedes Jahr rund 30.000 Kinder das erste Mal auf den Skiern. Und das sind nur zwei Beispiele von vielen, vor allem auch die Regionen und Skigebiete engagieren sich.

Große Chance auf Urlaub mit Kindern

Leo Bauernberger ist auch aufgrund einer aktuellen Studie der Deutschen Reiseanalyse positiv gestimmt. Denn während der generelle Trend im Tourismus aufgrund der demographischen Entwicklung in Richtung von älteren Reisenden geht, zeichnet sich für Österreich so etwas wie ein Gegentrend ab: „Wir haben vor allem beim Urlaub mit Kindern eine sehr gute Position. Deutsche mit Kindern zeigen hohes Interesse an einem Österreich-Urlaub, dieser Wert ist in den vergangenen zehn Jahren überdurchschnittlich gestiegen und liegt nun bei 31 Prozent aller Befragten.“ 
 

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