17.12.2020

Jetzt Umsatzersatz beantragen

Anträge für den 50-%-Umsatzersatz für geschlossene Branchen im Dezember können jetzt beantragt werden, ebenso der Verlustersatz. So funktioniert‘s. 

Für den Zeitraum der verlängerten Schließung im Dezember 2020 werden den betroffenen österreichischen Unternehmen 50 % ihres Umsatzes ersetzt. Anträge können wie bisher über FinanzOnline eingereicht werden, die Antragstellung ist bis 15. Jänner möglich. Als Berechnungsgrundlage werden die Umsätze von Dezember 2019 herangezogen. Ab Jänner steht den Betrieben dann der Fixkostenzuschuss zur Verfügung.

Gleichzeitig ist der Verlustersatz bis zu 3 Mio. Euro ebenso über FinanzOnline beantragbar. Dabei können Verluste, die zwischen 16. September 2020 bis 30. Juni 2021 anfallen, entweder vorausprognostiziert oder im Nachhinein ersetzt werden. Große und mittlere Unternehmen erhalten bis zu 70 % ihres Verlustes, kleine und Kleinst-Unternehmen (bis 49 Mitarbeiter) bis zu 90 % ihres Verlustes des Vergleichszeitraumes.

Anspruchsberechtigt sind ebenso Privatzimmervermieter wie auch land- und forstwirtschaftliche Betriebe (Urlaub am Bauernhof, Heurige und Buschenschankbetriebe). Hier erfolgt die Antragsstellung und Abwicklung wieder über die Agrarmarkt Austria. Die Mindesthöhe beträgt 2.300 Euro bis maximal 200.000 Euro. Der Betrachtungszeitraum ist 7. bis 31. Dezember 2020, danach kann bis einschließlich 15. März 2021 Unterstützung aus dem Härtefallfonds beantragt werden (Abwicklung ebenfalls über die Agrarmarkt Austria).

„Wichtiger Schritt auf langem Weg“

Die Hilfen sind wichtig, doch „der Teufel steckt im Detail“, betont man bei der Hoteliervereinigung (ÖHV). Da „nur“ 70 % der Verluste ersetzt werden, bedeutet, „dass sich die Schulden häufen. Das funktioniert nur auf Zeit“, argumentiert ÖHV-Generalsekretär Markus Gratzer. Zudem wird für die großen Betriebe mit mehreren Standorten der Deckel mit 3 Mio. Euro nicht ausreichen. In einer ÖHV-Blitzumfrage haben 40 % der Leitbetriebe aus der Stadt- und Thermenhotellerie dies bestätigt.

„Unternehmen, die schon jetzt an die 3 Mio. Euro-Decke stoßen, erhalten nach derzeitiger Rechtslage bis Juni keinen Cent. Darüber müssen sich Bundesregierung und EU-Kommission jetzt Gedanken machen, wenn Quarantäneverordnungen, Reisewarnungen und Lockdowns ein Fortführen der Geschäfte verhindern“, so Gratzers Appell. 

Planungssicherheit und Perspektive

Trotz aller Hilfen wird der Restart – nach derzeitigem Stand am 7. Jänner – kein leichter, weiß man auch in der Wirtschaftskammer. „Unsere Betriebe wollen aufsperren. Bedingung dafür ist natürlich, dass die Infektionszahlen es zulassen, aber auch die Rahmenbedingungen für eine betriebswirtschaftlich sinnvolle Öffnung gegeben sind. Das Wichtigste: Den Betrieben muss diese Woche reiner Wein bezüglich der Wiederöffnung eingeschenkt werden, wir benötigen Planungssicherheit“, betont Susanne Kraus-Winkler, Obfrau des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Denn ein Hotel kann man nicht von heute auf morgen aufsperren, unterstreicht Kraus-Winkler. Vorlaufzeiten von mindestens 14 Tagen, im Winter sogar von rund drei Wochen, sind für das Wiederhochfahren und die damit verbundenen Schritte wie Wareneinkauf, Vorbereitung der Räumlichkeiten (Reinigung, Heizung etc.), Einstellen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern notwendig. Kraus-Winkler appelliert daher an den Gesundheitsminister, dass es noch in dieser Woche Klarheit brauche, ob und wie es weitergeht.

 

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