13.09.2018

Jobinitiative und Regionalisierung der Mangelsberufsliste

Es tut sich was am Arbeitsmarkt: Die geplante Regionalisierung der Mangelberufsliste und Modernisierung der Rot-Weiß-Rot-Karte sind für die Tourismuswirtschaft wichtig, betont Tourismusministerin Elisabeth Köstinger.

Während der Tourismus in Österreich seit Jahren gute Arbeit leistet und boomt, hat sich der akute Fachkräftemangel in der Branche weiter verstärkt. Die Bundesregierung hat die Brisanz dieses Themas nun erkannt und im Ministerrat am Mittwoch eine Joboffensive zur Sicherung des Fachkräftebedarfs beschlossen. „Von dieser Offensive wird auch die österreichische Tourismusbranche profitieren“, freut sich Bundesministerin Elisabeth Köstinger. „Es ist unsere Aufgabe, dem österreichischen Tourismus, der seit Jahren auf Rekordniveau erfolgreich arbeitet, den Rücken zu stärken.“

Die geplante Regionalisierung der Mangelberufsliste soll vor allem dem Fachkräftemangel im Westen Österreichs entgegenwirken. Auch eine Modernisierung der Rot-Weiß-Rot-Card ist Bestandteil der Offensive und sollte mit dem Abbau bürokratischer Hürden dem Tourismus die nötige Entlastung bringen.  

Licht am Ende des Tunnels 

Der Tourismus ist eine dynamisch wachsende Dienstleistungsbranche mit 9.212 gemeldeten offenen Stellen im August – um 800 mehr als in der Industrie. „Die Regionalisierung der Mangelberufsliste ist da ein absolut richtiger Schritt. Denn wenn wir es Arbeitslosen aus Wien nicht zumuten können, im Westen zu arbeiten, brauchen wir Kandidaten aus anderen Ländern“, stellt ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer fest.

Das immer wieder bemühte Argument der niedrigen Bezahlung werde laut Reitterer trotz Wiederholung nicht wahrer: „Die Löhne richten sich, so wie in jeder anderen Branche, nach der Qualifikation. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Branchen finden bei uns auch Hilfskräfte eine Beschäftigung. Das lassen wir uns nicht zum Vorwurf machen.“

Neukonzeption der Rot-Weiß-Rot-Karte 

Der Entwurf der Jobinitiative enthält eine Erleichterung zum Zugang zur Rot-Weiß-Rot-Karte, einen Aufenthaltstitel für Lehrlinge sowie eine Jobinitiative für arbeitslose Asylberechtigte, um diese in Lehrverhältnisse zu bringen. Wesentliche Maßnahmen für Petra Nocker-Schwarzenbacher, Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ): „Gerade durch die Regionalisierung der Mangelberufsliste wird den Bundesländern, in denen eklatanter Fachkräftemangel herrscht, geholfen, indem über die Rot-Weiß-Rot Karte auch Drittstaatsangehörigen der Zugang zu Mangelberufen gewährt wird.“ 

Der große Bedarf an Fachkräften könne nur durch verstärkte Ausbildung von Lehrlingen abgedeckt werden, hier könnte die geplante Initiative, arbeitslose Asylberechtigte in Lehrberufe zu bringen, für eine weitere Erleichterung und Rechtssicherheit sorgen. 

Wünsche der Tourismuswirtschaft

Für Nocker-Schwarzenbacher sind das gute „Erste-Hilfe-Maßnahmen“ bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels, „angesichts der bedrohlichen Zahl von 162.000 fehlenden Fachkräften brauche es im nächsten Schritt allerdings eine umfassende Gesamtlösung.“ 

Die ÖHV-Präsidentin begrüßt auch eine Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte, die sich aber nicht auf die Abwicklung beschränken dürfe: „Es sind die Branchen zu berücksichtigen, die regelmäßig viele offene Stellen ausschreiben, die das AMS nicht besetzen kann.“ Begleitend dazu solle auf Maßnahmen wie Mobilitätsprämien, Umzugshilfen und den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen gesetzt werden. 

 

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