28.09.2020

Jobverluste im Tourismus - Wien litt am meisten

Wien war in der bisherigen Sommersaison besonders stark getroffen, Kärnten hingegen profitierte. Das spiegelt sich auch in der Jobstatistik wider: In Wien fielen besonders viele Tourismus-Arbeitsstellen weg, in Kärnten am wenigsten, wie eine Wifo-Studie zeigt.

Die Aussichten für die Wintersaison 2020/21 sind alles andere als rosig, so das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) in einer am Montag veröffentlichten Untersuchung zu Beschäftigungsverlusten im Tourismus. Auch sei nicht zu erwarten, dass die Inlandsnachfrage die ausfallenden Gäste aus dem Ausland im selben Ausmaß kompensieren kann wie im ersten Coronasommer. "Im Städtetourismus kämpfen viele Betriebe ums Überleben - für Wien wird etwa ein Rückgang der Nächtigungen um 75 Prozent für das Jahr 2020 erwartet", so die Ökonomen. "Dämpfte bislang die Möglichkeit zur Kurzarbeit den Anstieg der Arbeitslosigkeit, so sind bei einem Ausfall der Nächtigungen in diesem Ausmaß Kündigungen, aber auch Insolvenzen kaum zu verhindern."

Die von der Regierung verhängten Coronabekämpfungsmaßnahmen haben im Tourismus puncto Jobabbau am meisten angerichtet. Im März 2020 entfiel etwa die Hälfte des gesamtwirtschaftlichen Beschäftigungseinbruchs (minus 181.775) auf das Beherbergungs- und Gaststättenwesen (minus 90.757). Mit Beginn der Sommersaison verringerte sich der Jobabbau im Tourismus merklich, dennoch lag der Beschäftigungsstand im August um 10,5 Prozent (minus 24.935) unter dem Vorjahresniveau.

Im Beherbergungswesen (Hotels, Pensionen usw.) fielen die Beschäftigungsverluste regional sehr unterschiedlich aus. In Wien wurden in der Branche gegenüber August 2019 verhältnismäßig am meisten Jobs abgebaut (-17,6 Prozent), auch Niederösterreich (-13,2 Prozent) und Tirol (-10,1 Prozent) litten stark unter dem Ausfall ausländischer und auch inländischer Gäste. Kärnten kam dank der regen Inlandsnachfrage mit einem Jobabbau von 1,7 Prozent am glimpflichsten davon.

Auch in der Gastronomie ging es den Angestellten in Wien im Sommer am schlechtesten. In der Hauptstadt ging die Beschäftigung in dem Sektor im August um 18,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück, gefolgt von Salzburg mit minus 11,8 Prozent und Niederösterreich mit minus 10,7 Prozent.

Auch zahlreiche andere Branchen haben die Krise noch lange hinter sich gelassen. In Friseur- und Kosmetikstudios etwa lag der Stand der unselbstständig Beschäftigten im August um 3,6 Prozent unter Vorjahr. Im Freizeit- und Kulturbereich - etwa Bibliotheken, Wettbüros, Museen, Theater, Fitnesscenter - gab es um 6,3 Prozent weniger unselbstständige Jobs. Der Baubereich dagegen verzeichnet seit dem Sommer deutliche Beschäftigungszuwächse.

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