06.04.2021

Kälteeinbruch: Entscheidende Tage für Obstbauern

Der aktuelle Wetterumschwung mit teilweise Frost und Schnee hat noch zu keinen großflächigen Schäden in der Landwirtschaft geführt. Die kommenden Tage sind kritisch.

Aktuell gebe nur vereinzelt Schäden – etwa bei der Marillen- und Kirschblüte – im Süden und Osten von Österreich, hieß es von der Hagelversicherung auf APA-Anfrage. Die Entwicklung hänge von den nächsten Tagen ab. Der landwirtschaftliche Spezialversicherer Hagelversicherung braucht bei Frostschäden dann einige warme Tage um allfällige Schäden genau beurteilen zu können. Laut Landwirtschaftskammer Steiermark haben die bisherigen Frostereignisse zu Blütenschäden, insbesondere bei Marillenbäumen, geführt. Nach derzeitigen Einschätzungen dürfte sich das aber noch nicht auf den Ertrag auswirken. Die für die kommenden Tage prognostizierten Temperaturen werden als kritisch eingestuft. Bei einer Temperatur unter minus fünf Grad Celsius wäre mit Ertragsausfällen zu rechnen.

Kälte für Apfelbäume noch zu früh

Da die Vegetation bei Äpfeln derzeit am wenigsten weit fortgeschritten ist, seien diese Kulturen noch sehr widerstandsfähig. Andere Kulturen, die bereits blühen, wie beispielsweise auch Pfirsiche, Zwetschken und Kirschen, seien aber wie die Marille gefährdet. Direkte Frostabwehr wie Frostschutzberegnung oder das Aufstellen von Heizöfen betreiben etwa ein Viertel der steirischen Obstbaubetriebe. Etwa 80 Prozent der Obstbaubetriebe sind gegen einen Totalausfall durch Frost versichert.

Steiermark holt bei Marillen auf

In der Steiermark werden laut Kammer auf etwa 150 Hektar Marillen angebaut, das sind rund 16 Prozent der österreichischen Marillen-Flächen. Den größten Flächenanteil hat nach wie vor das Bundesland Niederösterreich. Die Hektaranzahl ist in der Grünen Mark aber seit Ende der 1990er-Jahre kontinuierlich im Steigen. Warme Hanglagen und die vielen Sonnenstunden der Steiermark bieten den Marillen ideale Voraussetzungen.

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