10.10.2020

Kärntner „Kuchlmasta“ Peter Lexe gestorben

Die Kärntner Kulinarik-Welt trägt Trauer: Peter Lexe, leidenschaftlicher Journalist, Autor, Genuss-Experte, Professor und Sprecher des KKK, ist völlig unerwartet gestern gestorben.

Kärntens prägnanteste und hochgeschätzte kulinarische Stimme ist für immer verstummt. Der langjährige Journalist der „Kleinen Zeitung“ verstand es wie kein anderer, das Idiom der carinthischen Küche in seiner äußerst beliebten Kolumne „Kuchlmasta“ auf den Punkt zu bringen. Allwöchentlich spürte er den Küchentrends nach, Lexe wusste stets, wo der Rauch aufging und bot den kreativen Köpfen in punkto Essen und Trinken ein beliebtes Forum.

Nach zwanzig Jahren „Kuchlmasta“ war mit dem Format Schluss, denn Lexe wurde zu Höherem berufen. Er wurde zum Chefredakteur der Kärntner Regionalmedien bestellt und verantwortete die publizistische Vielfalt von acht Zeitungen, die fest in den Bezirken von Österreichs südlichstem Bundesland verankert sind. Zum Abschluss seiner „Kuchlmasta“-Kolumne wurde Lexe mit dem Titel „Professor“ ausgezeichnet und zog fürderhin noch weitere Kreise.

So kannte er jede gastronomische Adresse selbstredend nicht nur in Kärnten, sondern auch in den benachbarten Regionen Slowenien, Kroatien, Friaul und Julisch-Venetien. Quasi als Krönung bescherte er seinem Verlag den Bestseller „Friaul-Julisch-Venetien – sieben köstliche Reisen“. Die Verantwortung für die Regionalblätter gab Lexe vor Jahren bereits ab, um 2014 mit dem Monatstitel „Mein Sonntag“ publizistisch neu durchzustarten. 2017 wurde der Experte vom slowenischen Tourismusminister im Skiort Kranska Gora zum „Kulinarischen Botschafter“ ernannt. Aktuell arbeitete Prof. Peter Lexe an einer Neuauflage seines Kulinarik-Hits „Köstliche Reise“ in Friaul-Julisch-Venetien, zumal – wie er im HGV PRAXIS-Gespräch vergangenen Sommer betonte, „viele Betriebe den Generationswechsel erfolgreich vollzogen haben und junge, neue sowie aufstrebende Betriebe gegründet wurden, die das kulinarische Leben dieser Region prägen“.

Seit Beginn seiner journalistischen Karriere war Lexe nicht nur Mitglied des KKK, sondern wichtiger inhaltlicher Ideengeber gleichermaßen. Über Jahrzehnte moderierte er neben der traditionellen Weihnachtsfeier auch den KKK-Nachwuchswettbewerb das „Duell der Jungköche“. Lexe war das leibhaftige Sprachrohr des KKK nach draußen und maßgeblich dafür verantwortlich, dass der KKK nicht nur medial wahrgenommen wurde, sondern der Kochberuf im Süden Österreichs vom Image her wesentlich höher angesiedelt als anderswo. Alleine dafür gebührt dem Kulinarik-Professor größter Dank. Nach Jahren aktiver Mitarbeit im Vorstand des KKK ließ es Lexe im Vereinsleben zuletzt etwas ruhiger laufen und agierte als „einfaches“ Mitglied. 1992 wurde Lexe mit dem „Josef-Politzky-Preis“ des KKK für die Verdienste um die Klubarbeit ausgezeichnet.

Tief erschüttert zeigte sich KKK-Präsident Günter Walder in einer ersten Reaktion HGV-PRAXIS gegenüber: „Es ist einfach unfassbar und wir sind alle unendlich traurig. Jetzt im ersten Moment von der Nachricht seines Todes suchen wir noch nach Worten. Es lässt sich schwer ermessen, welche großen Dienste Peter Lexe dem KKK erwiesen hat. Unser Klub hat ein hervorragendes Standing in der Öffentlichkeit und der Gesellschaft, das verdanken wir zum großen Teil Prof. Peter Lexe. Unsere Anteilnahme gilt seiner Familie und wir werden ihm stets ein ehrendes Gedenken entgegenbringen.“

Bis zuletzt verfolgte Lexe wach und kritikfähig das kulinarische Geschehen in und um Kärnten. So auch gestern, 9. Oktober, als er eine Kochveranstaltung leitete und danach völlig unerwartet an Herzversagen verstarb. Erst am 4. Juni dieses Jahres feierte Prof. Peter Lexe seinen 70. Geburtstag. Er hinterlässt seine Gattin Marina sowie seine beiden Töchter Cornelia und Andrea.

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