01.10.2020

Kaffeehäuser in Wien leiden noch

Der Lockdown im Zuge der Corona-Pandemie hat die Wiener Kaffeehäuser schwer getroffen. Obwohl die meisten von ihnen wieder aufgesperrt haben, kämpfen viele von ihnen ums finanzielle Überleben.

"Wir haben aktuell ungefähr 50 Prozent Umsatzeinbruch im Vergleich zum Vorjahr", erzählte der Obmann der Fachgruppe Kaffeehäuser, Wolfgang Binder, der das Cafe Frauenhuber in der Wiener Innenstadt betreibt. Besonders würden die Gäste fehlen, die vor, während oder nach der Arbeit zu ihm kommen. Aber auch ausbleibende Touristen seien ein Problem. "Wir haben in Wien das Phänomen, dass die Lokale in der Peripherie besser gehen als in der Innenstadt", sagte er.

Eines dieser Kaffeehäuser ist das Cafe Hübler im 17. Bezirk, das aber auch deutliche finanzielle Einbußen hinnehmen musste. "Das lässt sich auch heuer nicht mehr aufholen", sagte Geschäftsführer Alexander Hübler der APA. Er selbst habe ein Drittel der Mitarbeiter kündigen müssen und blickt auch nicht ganz optimistisch in die Zukunft. "Es geht langsam aufwärts, jedoch ist die Registrierungspflicht für einige Kunden abschreckend und diese kommen dann nicht."

Fachgruppenchef Binder ist nicht ganz dieser Meinung: "Ich glaube eher, dass die Leute damit weniger Angst haben, ins Lokal zu gehen", vermutete er. Als weitere Schutzmaßnahmen setzt er in seinem Betrieb unter anderem auf wöchentliche Corona-Tests für alle Mitarbeiter.

Die Chance für Kaffeehäuser

Allgemein sieht der Kaffeehäuser-Obmann die nun auch im Winter geöffneten Schanigärten als Chance, die Umsätze zu steigern. "Es gibt immer Leute, die sagen, dass sie sich nicht reinsetzen möchten. Denen wollen wir natürlich die Möglichkeit geben, dass sie sich im Winter auch draußen aufhalten können." Trotzdem glaubt er, dass bis Mitte nächsten Jahres zwischen 20 und 30 Prozent aller Cafés zusperren müssen.

Um das noch zu verhindern, setzt Binder auf die Einheimischen. Diese sollen wieder zum Kommen animiert werden. Als abschreckende Beispiele, wie es nicht geht, sieht er große Privatpartys, Hochzeiten und Clubs, wo sich kaum jemand an die Hygieneregeln hält. "Wir haben hier die Problematik, dass aufgrund weniger schwarzer Schafe hier eine ganze Branche gehemmt wird", sagte er.

Außerdem gibt es mit dem Tag des Kaffees am 1. Oktober eine zweite Kampagne der Fachgruppe Kaffeehäuser: In der ersten wurde vor rund zwei Monaten mit "Ein Kaffee kann den Tag retten, zwei vielleicht das Kaffeehaus" und bekannten Kaffeehausbesuchern geworben. Diese sieht Binder bis heute als erfolgreich an. "Ich glaube, wir haben damals versucht das Bewusstsein der Wiener ein bisschen zu schärfen, dass es hier doch Probleme in ihren zweiten Wohnzimmern gibt", konstatierte er.

Aktionen zum Tag des Kaffees

Seit beinahe zwei Jahrzehnten feiert der Österreichische Kaffeeverband den „Tag des Kaffees“ am 1. Oktober. Die österreichische Kaffeewirtschaft, die Röstereien, der Handel und die Kaffeehäuser stellen auch am 19. „Tag des Kaffees“ das Lieblingsgetränk der Österreicher und den Kaffeegenuss in all seinen Variationen in den Mittelpunkt.

Tchibo zelebriert den „Tag des Kaffees“ standesgemäß österreichweit in allen Filialen, im Lebensmitteleinzelhandel und online auf www.tchibo.at. Bereits ab Mitte September laden attraktive Angebote in die Tchibo Kaffeebars. Direkt in der Woche rund um den „Tag des Kaffees“ gibt es zu jedem Lieblingskaffee einen gratis dazu, perfekt um in Begleitung zu kommen. 

Der traditionsreiche Wiener Röster Julius Meinl lädt alle Freunde der edlen Bohne am „Tag des Kaffees“ ein, nach dem Julius Meinl Espresso Mobil Ausschau zu halten. Gratis zu genießen sind die edlen Kaffee-Mischungen in Wien vor der TU am Karlsplatz und dem DC Tower in der Donau City, in Linz am Hauptplatz und in Graz am Hauptplatz, jeweils zwischen 9.00 und 17.00 Uhr (www.meinlkaffee.at und www.meinlcoffee.com).

Auch Nescafé Dolce Gusto feiert mit seinen loyalen Fans den Tag des Kaffees mit einem speziellen Newsletter und Gewinnspiel. Zu gewinnen gibt es fünfmal einen Jahresvorrat an Kaffee. Zudem gibt es spannende Rezepte mit Nescafé auf Facebook und Instagram (www.dolce-gusto.at und www.nescafe.com/at/).

Fairtrade Österreich widmet sich in der aktuellen Ausgabe der Fairtrade-Zeitung dem Thema Kaffee. Die Publikation liegt bei allen OMV-Tankstellen und in den Ströck-Filialen auf und ist auf der Website von Fairtrade gratis zum Downloaden (www.fairtrade.at).

Auch die Kaffeehäuser im ganzen Land heißen Kaffeegenießer am 1. Oktober herzlich willkommen und überraschen mit vielen Extras ihre Besucher. 

Die österreichische Institution des „Tag des Kaffees“ hat auch international Niederschlag gefunden: Seit 2016 feiert die International Coffee Organization (ICO) jährlich den International Coffee Day, ebenfalls am 1. Oktober.

(APA/Red)

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