17.08.2012

Kaltschmid kauft auch Hotel „Lamm“

Aufgrund der Aktivitäten russischer Investoren in Tirol setzte die Seefelder Hoteliersfamilie Kaltschmid ein Zeichen und erwarb das Alpenhotel Lamm der Familie Seyrling.

 

Fritz Kaltschmid, Seniorboss einer der mittlerweile größten Hoteliersfamilien Österreichs, hat die wochenlangen Spekulationen und Diskussionen rund um das Alpenhotel Lamm in Seefeld beendet. Seit Ende letzter Woche sind die Verträge unterschrieben, am 1. September erfolgt die Übernahme des im Seefelder Zentrum gelegenen Traditionshauses in das Familienimperium der Kaltschmids. Über den Kaufpreis wurde zwar Stillschweigen vereinbart, doch am Seefelder Plateau werden etwas mehr als sieben Millionen Euro kolportiert.

Aufgeschreckt durch Gerüchte über einen Verkauf an russische Investoren zitiert die „Tiroler Tageszeitung den Hotelpionier: „Es war eine einsame Entscheidung, dann ging alles blitzschnell“, so der heute 69-Jährige. Die Vermutung, dass Verträge mit den Russen bereits unterschriftsreif bereitlägen, löste bei Kaltschmid Alarmstufe Rot aus. Nicht zuletzt wegen des Aufschreis der Empörung, der durch das Land hallte, als die Verkaufsdeals von Sölden bekannt wurden und auch, weil immer öfter Seefelder Gastronomiebetriebe im Zusammenhang mit Verkäufen an Interessenten aus Russland diskutiert wurden.

„Ich mag die Russen ja sehr gerne, aber vorrangig natürlich lieber als Gäste in einem unserer Häuser und nicht als Konkurrenz im Zentrum von Seefeld“, gesteht der Hotelier in der Tiroler Tageszeitung, der dann gleichsam im Eilzugtempo mit einer Bank und dem Lamm-Besitzer Hannes Seyrling an einer fairen und vor allem Tiroler Lösung bastelte. Das Hotel Lamm bleibt damit in Tiroler Besitz, Hannes Seyrling steigt ohne Schulden aus, alle Mitarbeiter werden mit bestehenden Verträgen übernommen, die Leitung des Hotels übernimmt sozusagen die dritte Kaltschmid-Generation. Enkelin Kerstin wird das zukünftige „Alpenhotel – fall in Love“ zwar schon am 1. September übernehmen, aber erst Mitte Dezember hochoffiziell eröffnen. Das Imperium der Familie Kaltschmid wächst somit auf sieben Hotels in Seefeld. Dabei ist Kaltschmid nicht einmal geborener Seefelder, sondern stammt aus Walchsee im Tiroler Unterland. Hannes Seyrling wiederum ist Ende der Neunziger-Jahre mit dem Tiroler Playcastle in die Schlagzeilen geraten. Um einen Millionenaufwand wurde eine Mini-Erlebniswelt à la Disney in die Tiroler Berge gestellt, die kurz darauf mangels Frequenz grandios scheiterte.

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