26.01.2021

„Kaum Umsatzersatz ist eingetroffen!“

Burgenlands Tourismus fordert die Öffnung der Betriebe für 1. März. Kritisiert wird, dass bis heute kein einziger Leitbetrieb den Umsatzausgleich zur Gänze erhalten hat.

Die Tourismusverantwortlichen des Burgenlands fordern die Öffnung am 1. März - mit entsprechenden Sicherheits- und Präventionskonzepten. Burgenland-Tourismus-Geschäftsführer Didi Tunkel betont: „Wir Touristiker haben die Hausaufgaben gemacht, in den Schubladen liegen professionell ausgearbeitete Covid-Sicherheits- und Präventionskonzepte, die ein Öffnen unserer Betriebe mit Augenmaß ermöglichen. Wir brauchen die Öffnung am 1. März. Die burgenländischen Betriebe sind bestens gerüstet.“ Hotelier Johann Haberl vom Hotel Larimar in Stegersbach: „Wir möchten am 1. März unter dem Motto ‚Aufsperren und Aufpassen‘ wieder eröffnen.“ 

Den Betrieben geht das Geld aus

Didi Tunkel, der drei Jahrzehnte erfolgreich in der Privatwirtschaft tätig war, fällt es beim Thema Umsatzausgleich schwer, ruhig zu bleiben: „Den Betrieben geht das Geld aus. Selbst wenn die Betriebe am 1. März öffnen dürfen – das kommt vielleicht schon zu spät, einen weiteren Monat übersteht der eine oder andere Betrieb möglicherweise nicht. Kein einziger der Leitbetriebe vom Süd- bis zum Nordburgenland hat bisher den gesamten in Aussicht gestellten Umsatzersatz bekommen. Dafür fehlt mir das Verständnis. Ich fordere keine Erklärung, ich fordere die Auszahlung!“

Die Branche verliert Mitarbeiter 

Belastend in der Corona-Krise ist auch die psychische Situation für die Gastgeber und deren und Mitarbeiter, die seit Monaten zur Untätigkeit gezwungen sind: „Wir merken, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Freude am Job im Tourismus verlieren. Bisher gibt es nur vereinzelte Jobwechsel, weil viele in Kurzarbeit sind und natürlich nicht kündigen. Aber ich bin sicher, dass wir wertvolle Mitarbeiter verlieren werden, wenn die Wirtschaft in allen Bereichen wieder Fahrt aufnimmt und Arbeitskräfte gesucht werden“, befürchtet Tunkel. „Der Frust ist immens. Jede herzliche Gastgeberin, jeder herzliche Gastgeber, die uns verlorengehen, ist ein herber Verlust.“

Erfolgssommer und Vorbereitung auf den Restart 

Die burgenländischen Tourismusbetriebe verzeichneten im Sommerhalbjahr 2020 die höchste Bettenauslastung Österreichs.  Mit einer Gesamt-Bettenauslastung von 34,2 Prozent im Sommerhalbjahr (Mai bis Oktober) führt das Burgenland die Österreich-Rangliste in dieser Statistik vor Kärnten (29,5) und der Steiermark (28,1) an. Das Minus in der Bettenauslastung in der Sommersaison betrug sieben Prozent, österreichweit lag dieser Wert bei minus 12,4 Prozent. Im Bereich Camping verzeichneten die Burgenländer sogar einen Zuwachs (1,3 Prozent).

„Unser Konzept, als Reaktion auf die eingeschränkte Reisefreiheit das Burgenland als Urlaubsland vor der Haustür noch besser zu betonen, ist aufgegangen. Auch das Bonusticket und die Corona-Kasko sind eine Erfolgsgeschichte. Bisher wurden rund 12.500 Bonustickets eingelöst, damit konnten wir eine knappe Million Euro Umsatz für die burgenländischen Betriebe ins Land holen. Die Corona-Kasko gibt zusätzliche Sicherheit“, so Tunkel.

Diese Erfolgsmodelle werden nun verlängert, das Bonusticket bis zum Ende der Osterferien (5. April 2021), darüber hinaus gilt bis 30. April für alle Gäste weiterhin die „Corona-Storno-Versicherung“. Die Basis für den Umständen entsprechend erfolgreiche Monate ist somit gelegt – wenn die Gastgeber dann dürfen.

Branchen-News, die Sie wirklich brauchen!

Partner

Mediadaten