04.05.2021

Keine Ampeln, aber Phasen: Der Weg zum Grünen Pass

Der Grüne Pass soll als einfacher und anwendungsfreundlicher Zutritts-Nachweis beim Restart für Gastronomie-, Tourismus- und Freizeitbetriebe dienen. Den Fahrplan für die Umsetzung haben heute Dienstag Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger vorgestellt.

Die Umsetzung des Grünen Passes in Österreich erfolgt in drei Phasen. Zuerst werden bestehende Nachweise verwendet. Das heißt, behördlich anerkannte negative Testergebnisse, eine Bestätigung des Impfstatus mittels Papier-Impfpass oder ein Absonderungsbescheid oder eine ärztliche Bestätigung über eine in den vergangenen sechs Monaten erfolgte und aktuell abgelaufene Infektion.

So gelten etwa die ausgedruckte Bestätigung oder des E-Mail am Handy mit einem negativen aktuellen Testergebnis als „Eintrittskarte“ für den Lokalbesuch.

„Sicherheit, Verlässlichkeit und einfache Handhabung sind der Schlüssel dafür, dass das gut funktionieren wird“, so Tourismusministerin Elisabeth Köstinger. „Jede Bürgerin, jeder Bürger kann sich aussuchen, auf welche Art er seinen Status nachweisen will. Analog oder digital per QR-Code. Für unsere Wirte, Hotels und Freizeiteinrichtungen wiederum wird es sehr einfach sein, diesen Status zu prüfen. Dabei gelangen keinerlei persönliche Daten in fremde Hände, es wird nur die Berechtigung für den Zutritt erteilt.“ 

Der digitale Grüne Pass

In der zweiten Phase wird es digitale Nachweise geben. Ab Anfang Juni werden in Österreich zusätzlich digitale Nachweis-Varianten zum Einsatz kommen, um die fortlaufenden Öffnungsschritte zu unterstützen. Bis dahin sind alle gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen, die für einheitliche, datenschutzkonforme und allen EU-Vorgaben entsprechende digitale Nachweise benötigt werden, betont man in den Ministerien.

Mit der Erstellung von „Zertifikaten“ mit QR-Codes geht der Grüne Pass damit national in die Umsetzung. Diese können entweder digital abgerufen oder als Ausdruck in einem Gemeindeamt oder Magistrat abgeholt werden. Das digitale Zertifikat kann unter gesundheit.gv.at heruntergeladen werden. Dafür ist eine Handysignatur oder Bürgerkarte notwendig, die daher zeitgerecht beantragt werden sollte. Auch ein Nachweis über die e-Card wird möglich sein. Der Prüfer bzw. die Prüferin benötigt dafür eine eigene von der Sozialversicherung entwickelte Prüf-App. Mit dieser App wird die Kartennummer auf der Rückseite gescannt und daraufhin angezeigt, ob ein Zutritt erlaubt ist oder nicht. 

  • Testzertifikat für PCR-Test, Teststraße, Antigentest zu Hause (behördlich bestätigt)
  • Impfzertifikat gültig ab Tag 22 nach der 1. Impfung
  • Genesenenzertifikat Personen, die eine Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht haben und in Österreich im EMS (Epidemiologisches Meldesystem) erfasst wurden, wird das Zertifikat automatisch erstellt und der genesenen Person zur Verfügung gestellt. 
  • Die bisherigen analogen Nachweise bleiben weiterhin gültig.

Und so soll es in der Praxis funktionieren: Ein Paar plant zum Beispiel einen Hotelaufenthalt. Beide haben bereits je eine Erstimpfung erhalten. Sie haben sich ihre Impfzertifikate mit ihrer Handy-Signatur unter gesundheit.gv.at heruntergeladen und am Handy gespeichert.  Ab dem 22. Tag nach Impfung reicht die Vorlage des Impfzertifikats beim Check-in im Hotel.

Anbindung an europäische Schnittstellen 

Ende Juni tritt die EU-Verordnung in Kraft. Die gegenseitige Anerkennung der Zertifikate dann auch auf EU-Ebene wird zur Erleichterung der Reisefreiheit beitragen. Nach derzeitigem Stand soll der Grüne Pass in allen EU-Mitgliedsstaaten sowie im EWR-Raum und der Schweiz gültig sein. Die Daten, die im QR-Code enthalten sind, dürfen von den besuchten Staaten nicht gespeichert werden.

Um EU-weit die Überprüfbarkeit der entsprechenden Zertifikate sicherzustellen, werden die technischen Schnittstellen zwischen den Systemen der Mitgliedsstaaten geschaffen. Die Zertifikate sind damit europaweit lesbar: An jeder Grenze kann man dann mit dem QR-Code nachweisen, dass man geimpft, getestet oder genesen ist. Welche Erleichterungen für geimpfte, getestete oder genesene Menschen mit diesen Zertifikaten verbunden sind, ist aber abhängig von der jeweiligen epidemiologischen Lage und entscheidet jeder Mitgliedsstaat selbst.  

Deutsche Touristen zum Beispiel, die dann für den Sommerurlaub in Österreich anreisen, können sich in Deutschland Zertifikate ausstellen lassen. Die deutschen QR-Codes sind beim Check per Prüf-App oder Handy-Kamera auch in Österreich lesbar. Und so funktioniert es auch in die andere Richtung: Ein österreichisches Paar plant einen Trip nach Italien. Die Zertifikate, die in Österreich ausgestellt werden, sind auch in anderen EU-Mitgliedsstaaten lesbar. 

(Red)

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