08.06.2021

KI zündet Turbo am SB-Buffet

Mithilfe von Kameras und KI erkennt die Software „Dishtracker“ sämtliche Speisen am Teller und beschleunigt den Zahlvorgang enorm. Schlange stehen war gestern.

Speisen und Getränke kurz abstellen, kontaktlos bezahlen, fertig. Nur drei Sekunden dauert der Checkout mit Dishtracker. Die Software verkürzt die Kassenwartezeit der Kunden um durchschnittlich 80 Prozent, indem sie Gerichte und Produkte automatisch erkennt und ins Kassensystem bucht.

Dishtracker erkennt über eine am Kassenplatz installierte Kamera Speisen und Getränke und bucht sie ins Kassensystem – in 0,3 Sekunden. Möglich wird dies durch Künstliche Intelligenz (KI). „Wir trainieren die Software mit Bildern der Speisen. Das funktioniert sehr exakt und schnell“, erklärt Geschäftsführer Johannes Raudaschl. Die Bezahlung erfolgt bargeldlos, der gesamte Checkout-Prozess dauert dadurch nur drei Sekunden. Damit werden Mitarbeiter für andere Aufgaben als den Kassendienst freigespielt, der Kunde wiederum ist schneller beim Tisch und kann seine Mittagspause angenehmer verbringen.

Dishtracker lässt sich problemlos in die am Standort vorhandene Infrastruktur integrieren und ist mit allen gängigen Kassensystemen kompatibel. Bauliche Maßnahmen sind nicht notwendig, der Dishtracker Flex Arm wird einfach am Kassenplatz aufgestellt. Alternativ ist die Variante Dishtracker Sky möglich, hier wird die Kamera in der Decke installiert.

Die Integration mit Flex Arm dauert vor Ort einen halben Tag. Das Anlegen neuer Speisen und Produkte in der Distracker-Software kann der Kunde selbst übernehmen, pro neuer Speise ist nur ein Bild notwendig. „Die Software ist bereits so umfassend mit Speisen und Daten von Kantinen und Restaurants aus aller Welt gefüttert, dass sich daraus hohe Erkennungsraten ergeben. Selbst wenn die Software eine Speise noch nie gesehen hat, erkennt sie etwa zu 99 Prozent, ob es sich dabei um eine Hauptspeise handelt. Für jedes neue Gericht brauchen wir daher nur ein einziges Bild“, erklärt CTO Alexander Hirner die Künstliche Intelligenz hinter Dishtracker.

Weitere Vorteile: Qualitäts- und Waste Management

Darüber hinaus bietet die Software Möglichkeiten bis hin zu Qualitätskontrolle und Waste Management: „Sind die Speisen korrekt angerichtet? Stimmt die Menge der Beilagen? Auch solche Dinge können anhand der Bilder überprüft werden“, erläutert Johannes Raudaschl. Der Gastronom hat stets den Überblick und kann in Echtzeit nachvollziehen, welche Speisen und Getränke tatsächlich ausgehändigt wurden und wie der aktuelle Lagerbestand aussieht. „Wir können sogar das Waste Management unterstützen, indem die Teller bei der Rückgabe erneut gescannt werden und so Information, beispielsweise zu übriggebliebenen Beilagen an die Küche rückgemeldet werden.“

Die Geschichte hinter Dishtracker: Von Containern über Wiesn-Hendl in die Betriebsgastronomie Seine Feuertaufe bestand Dishtracker bereits im Jahr 2017 am Münchner Oktoberfest. CTO Alexander Hirner und Co-Founder Florian Bauer hatten ein Jahr zuvor den Audi Smart-Factory Hackathon mit einer Software für die visuelle Erkennung und Zählung von Containern gewonnen. Die Siegerreise führte zu einer Eisrallye in Finnland, wo sie mit dem Gastronomen Josef Schmidbauer ins Gespräch kamen. Der Oktoberfest-Wirt stellt die entscheidende Frage: „Wenn ihr Container automatisch zählen könnt, geht das auch mit Hühnern?“ Josef Schmidbauer hatte wie viele andere Großgastronomen ein Problem: Der Kassiervorgang muss von Vertrauenspersonen kontrolliert werden, da sonst zu viele Gerichte die Küche verlassen, ohne ins System eingebucht zu werden. Hirner und Bauer entwickelten daraufhin einen Prototyp, um das Bezahl-Prozedere in Großküchen zu automatisieren und die aus der Küche gehenden Speisen zu zählen.

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