25.07.2022

König Gast und sein Meister!

Wiens Hotellerie ist zwar noch nicht am Vorkrisen-Level angekommen, aber mit der wiedererlangten Reisefreiheit nähert man sich den guten Jahren langsam wieder an. Denn die Stadt füllt sich wieder mit Besuchern aus der weiten Welt, wie ein spontaner Blick in Wiens City und dort in eines der renommiertesten Häuser kürzlich zeigte.

Es ist Freitag und auf der Wiener Südosttangente rollt der Verkehr für diese Uhrzeit und trotz angekündigtem Hitze-Wochenende ungewöhnlich flüssig dahin. Dafür zeigt die Sonne, was in ihr steckt und lässt bereits um acht Uhr morgens den Asphalt auf Österreichs meistbefahrener Straße und in weiterer Folge auf der Wiener Ringstraße so richtig flirren. Und eben dort, zwischen Stuben-, Park- und Kärntner Ring und damit nicht wirklich an den Einser-Hotspots des historischen Zentrums, herrscht bei bereits hochsommerlichen Temperaturen von 25 Grad rege Betriebsamkeit. 

Ja, sie sind wieder da, die Touris, was an Kopf- und Körperhaltung und den ausgestreckten Armen, an deren Enden die Smartphones festzukleben scheinen, unschwer zu erkennen ist. Beim MAK Wien reckt die erste größere, wohl kunstinteressierte Gästegruppe – so die Vermutung in Anbetracht der zu begutachtenden Sehenswürdigkeit – die Köpfe instagramtauglich ins Bild des von Heinrich von Ferstel im Renaissancestil gestalteten ersten Museumsbau am Wiener Ring. Unweit davon, vor dem altehrwürdigen Café Prückel, wartet eine weitere Touristengruppe der sportlicheren Fraktion, um die City per Segway und Headset zu erkunden, während vis-à-vis Kreuzfahrtgäste, wie am Logo einer Reederei zu erkennen ist, dem Stadtgeschichtenerzähler gemächlicheren Schrittes entlang des Stadtparks bis zum Hübner Kursalon folgt, wo sie möglicherweise in Anlehnung an Johann Strauss‘ hier gespieltes erstes Konzert, in operettenhafte Glückseligkeit versetzt werden. 

Alleine drei stattliche Besuchergruppen auf ein paar hundert Meter und dem eher „unspektakuläreren“ Teil des Wiener Innenstadt-Boulevards, der sich auf 5,2 Kilometer rund ums historische Zentrum Wiens zieht. Was muss dann an diesem Hochsommertag vor den Prachtbauten, die sich auf der Ringstraße die Türschnalle in die Hand geben oder rund um die Hofburg und vor dem Steffl, bereits los sein? Diese lange herbeigesehnte Rückkehr der touristischen Betriebsamkeit tut der Stadt, vor allem aber der von der Coronakrise hart getroffenen Tourismusbranche und Hotellerie und allen mit ihr eng verknüpften Wirtschaftszweigen unendlich gut und kommt vielleicht gerade noch zum richtigen Zeitpunkt, um am Ende doch wieder ein bisserl mehr Butter am Brot zu haben.  

Dass es sich bei diesem eher zufälligen „Lokalaugenschein“ um keinen verklärten Blick auf den Istzustand handelt, beweist die aktuelle Gästestatistik des Wien Tourismus. Denn die weist im ersten Halbjahr 2022 mit rund 5 Mio. Nächtigungen ein Plus von 509 Prozent zum Vorjahres-Vergleichszeitraum auf und erreicht damit zur Jahresmitte bereits das Volumen des Gesamtjahres 2021. Allein im Juni verzeichnet die Wiener Hotellerie rd. 1,3 Mio. Nächtigungen, und hat damit etwa 80 Prozent der Gästenächtigungen vom Juni 2019 erreicht. Und da geht, so im Herbst der Corona-Reisemaßnahmen-Wahnsinn nicht wieder fröhliche Urständ feiert, noch sehr viel mehr.

Das Imperial kann‘s noch

Die große Wien-Verliebtheit der wiederkehrenden internationalen Gästeschar findet auch an einer der ersten Adressen, wenn es um luxuriöse und exquisite Logis im Herzen der Stadt geht, Bestätigung. Zum Zeitpunkt meiner morgendlichen Stippvisite – eigentlich ist’s ja ein Businesstermin - wird im Hotel Imperial am Kärntner Ring gerade gefrühstückt und im feinen Restaurantbereich wie im angeschlossenen Café Imperial ist drinnen, wie draußen jeder Tisch bis auf den letzten Platz besetzt. Der Name des zur Luxury Collection der Marriott Hotelgruppe gehörenden traditionsreichen Hauses ist auch am Frühstücksbuffet vom knusprigem Handsemmerl bis zum prickelnden Champagner Programm. Auch und gerade beim Servicepersonal, das selbst bei Temperaturen weit über 30 Grad adrett im Stresemann bzw. die Damen im schwarzen Rock, weißer Bluse mit Gilet und bestrumpften Beinen nichts von der berühmten Wiener Gastlichkeit und Herzlichkeit vermissen lassen. Denn die gehört wie der Schmäh in Wien zum Beruf dazu, der in diesem Haus aber weit mehr als bloß ein Job ist. Auch jetzt in diesen speziellen Zeiten, da man im royalen Hotel wie in der gesamten Hotellerie und Gastronomie mit Personalnot zu kämpfen hat und den Job für drei machen muss. 

Davon merkt der Gast allerdings nichts, weil er das in einem Haus dieser Kategorie auch nicht merken darf. Und bleibt auch dann gelassen, wenn’s, wie in meinem Fall, mit der Bestellung ein wenig länger dauert. Wenn dann nämlich auf den Tisch kommt, was mit einem herzlichen „ich wünsche einen guten Appetit, gnädige Frau“ eben auf den Tisch kommt: ein ofenfrisches Josef-Brot mit sattgelber, flaumiger Eierspeis – aus echten Eiern und kein Eipulver-Fakegemisch – Kernöl, gerösteten Kürbiskernen und reichlich Schnittlauch.

Da fällt dem Wiener Österreichs Formel 1 Legende ein. Niki Lauda wusste nämlich ganz genau, warum er im Café Imperial mit Vorliebe frühstückte. Weil jeder, wirklich jeder Gast, ist in diesem historischen Traditionscafé von jeher etwas ganz Besonderes. Der auch selbst dann noch vom Servicepersonal mit selbstverständlicher Nonchalance bedient wird, wenn eigentlich das Gegenteil angebrachter wäre. Und ein dezent neben das Gedeck gelegte Papiertaschentuch verbunden mit „Sir, may I bring you a glass“ dem herzhaft aus der Liter-Mineralwasserflasche trinkenden Gast – der wegen seines großen Champagner-Durstes, lauten Hustens und unfeinen Schnäuzens ins feine Damast-Servietterl längst aufgefallen ist – selbigen die Schamesröte ins Gesicht treibt und einen unübersehbaren Augenaustritt verschafft. 

Ja, der Gast ist eben immer König, und der hat in diesem Fall im Café Imperial seinen Meister gefunden!


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