24.06.2022

Kolarik investiert in Gastro-Start-up

Paul Kolarik, der visionäre Gastronom des größten zertifizierten 100-Prozent-Biorestaurants der Welt im Wiener Prater, glaubt an das Konzept von „Positive Carbon“, dass die Lebensmittelverschwendung in der Gastro mit moderner Technik bekämpfen will.

Den EU-Vorgaben folgend, sieht ein vom Klimaschutzministerium erstellter Aktionsplan eine Reduktion der Lebensmittelverschwendung von 30% in den Bereichen Handel, Außer-Haus-Konsum und private Haushalte bis 2025 vor – bis 2030 sollen es sogar 50% sein. Das irische Start-up „Positive Carbon“ entwickelte eine intelligente Software für Gastrobetriebe, die Lebensmittelabfälle registriert und analysiert und damit nachvollziehbar für deren Eindämmung macht. Dabei wird eine vollautomatisierte Videoüberwachung direkt über den Abfallkübeln installiert, eine selbstlernende Software bzw. KI ermittelt das Einsparungspotenzial. Dem Küchenteam wird eine Analyse in die Hand gegeben, um Einkauf und Verarbeitung der Lebensmittel optimieren zu können.

Jetzt bekommt „Positive Carbon“ kräftigen Rückenwind von zwei namhaften Größen der heimischen Start-up- und Gastroszene: Der Geschäftsführer der Luftburg – KOLARIK im Prater, Paul Kolarik, und primeCROWD-CEO Markus Kainz beteiligen sich mit einem sechsstelligen Investment. Die beiden Unternehmer setzen damit ein Zeichen gegen die Lebensmittelverschwendung und für die Schlagkraft junger, nachhaltiger Unternehmen.  

Um heimische (Gastro)betriebe künftig bei der Reduktion von Lebensmittelabfällen zu unterstützen, braucht es Kolarik und Kainz zufolge zwei Dinge: Auf der einen Seite bedürfe es innovativer Lösungen, die möglichst einfach und günstig zu implementieren sind. Auf der anderen Seite sollen bekannte Namen aus der heimischen Gastroszene als Vorbild vorangehen.  

Luftburg – KOLARIK im Prater macht‘s vor

Die Luftburg – KOLARIK im Prater ist mit 1.200 Sitzplätzen das größte vollzertifizierte Bio-Restaurant der Welt, alle Speisen (alle Zutaten außer Salz und Wasser) und Getränke sind zertifizierte Bio-Produkte. Durch die Photovoltaikanlage wird z.B. Bier auch CO2 neutral gezapft. Hinzu kommt, dass die Brauerei Fohrenburg, die das Bio-Hausbier für die Luftburg braut, unter anderem durch die Bier-Abnahmegarantie 50% mehr Bioanbaufläche unter Vertrag nehmen konnte.

„Wenn es gelingt, die Ressourcen besser einzusetzen, hilft es der Ökologie und der Ökonomie“, ist Kolarik überzeugt und begründet damit, auch bei der Abfallvermeidung voranzugehen. „Dank eines optimierten Systems, das wir im Laufe der Jahre (unter anderem auch mit Global 2000) entwickelt haben, haben wir so gut wie keine Lebensmittelreste. Wir verzichten zum Beispiel schon seit Jahren gänzlich auf Gemüsedekoration, da wir die Erfahrung gemacht haben, dass diese nicht gegessen und somit entsorgt werden musste“, so Paul Kolarik. Die wenigen Lebensmittelreste, die bleiben, werden kompostiert.

Bei seinen Lieferant:innen habe er bereits Veränderungen in der Verpackungsweise erzielen können. Mit seinem Investment bei Positive Carbon und der Implementierung der Software in seinem Betrieb will er ein Zeichen setzen: „Wir gehen als heimischer Familienbetrieb mit positivem Beispiel voran, um zu zeigen, dass nachhaltige Lösungen in der Praxis umsetzbar sind. Jeder kann einen Beitrag leisten, jeder kleinste Schritt hilft.“

Green Investment zahlt sich aus

Markus Kainz, Gründer und CEO des österreichischen Investorennetzwerkes primeCROWD, vernimmt ein steigendes Interesse vonseiten der InvestorInnen an Green Start-ups. „Die Investor:innen sehen das Start-up-Investment nicht mehr als reine Anlageklasse, sondern verbinden damit auch die Möglichkeit, aktiv etwas in der Welt verändern zu können. Bevor ich von einem Großkonzern Aktien kaufe, wo oft Greenwashing betrieben wird, kann ich bei Start-up-Investments die Intentionen vom Gründerteam besser beurteilen und auch aktiv am Erfolg von dem Projekt mitwirken – das motiviert und hilft allen weiter, vor allem aber unserem Planeten“, konstatiert der Experte. 

Tipp: Mehr über die Luftburg und das innovative Konzept dahinter lesen Sie in der kommenden Ausgabe von hotel & touristik essenz ab 8. Juli!

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