15.11.2019

Kommentar: Jammern auf hohem Niveau

Wie war die „Gast“? Nichts treibt Besucher wie Aussteller so herum wie diese Frage. Hier ein paar Antworten.

Geht es nach den Salzburger Taxlern war es die wohl schlechteste „Gast“ aller Zeiten. Egal, welches Fahrzeug man zu welcher Tageszeit bestieg, ungefragt wurde losgelegt: „Die ,Gast‘ ist schon lange nicht mehr das was sie war. Nix los.“ Vielleicht sollte man der Taxiinnung mal die Frage stellen, wo all ihre Mitglieder dann am ersten Messetag waren (Samstag, 9. 11.), an dem man um 19.00 nicht mal bei der Telefonnummer durchgekommen ist und sich Messebesucher buchstäblich prügelten, um ein Taxi zu bekommen.

Auch im Inneren der Messehallen war die Stimmung extrem unterschiedlich. Ein Küchenaussteller an einem Übergang zu drei Hallen jammerte von einer seit Jahren kontinuierlich abnehmenden Frequenz, während keine zehn Meter weiter der Anbieter von TK-Pizza vom besten Geschäft ever jubelte. Was ist nun wahr, was kann man glauben?

Dabei begann es so schön: Der Messebeginn am Samstag war ein furioser Start. „Tolle Kontakte, viele konkrete Anfragen, gute Geschäfte“, lautete der Tenor. Der Sonntag verlief gefühlt etwas ruhiger und dann, am Montag, kippte auf einmal das Stimmungsbild. Plötzlich war von einem schwachen „stärksten“ Tag die Rede. Der klassische Ruhetag vieler Wirte also ein Reinfall für die Messe. Nein, wie immer, war auch der Montag der frequenzstärkste Tag der „Gast“.

Was sagt Frequenz überhaupt aus? Wenn die Kontakte stimmen, ist es doch egal, ob sich Menschenmassen durch die Gänge schieben, oder nicht. Im Gegenteil: Die Messe müsste noch rigoroser kontrollieren und Nicht-Fachbesucher außen vor halten. Geht es nach Kontakten, Kaufinteressen, Investitionsvorhaben oder gar -abschlüssen war es eine gute „Gast“. Und alles andere ist jammern auf hohem Niveau.

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