12.03.2021

"Konservierungsprämie" für Stadthotels

Die Wirtschaftskammer Wien schlägt vor, Betriebe, die vorerst nicht wieder aufsperren können, mit einer speziellen Prämie unter die Arme zu greifen.

Die Hotellerie in Wien wird auch nach der Pandemie noch lange nicht die Auslastungszahlen der vergangenen Jahre erreichen. Auch während der vergangegen Sommermonate, als eine Öffnung erlaubt war, haben viele ihre Häuser nicht aufgesperrt. Ausbleibende Touristen und damit geringe Nachfrage machten das unmöglich.

„Bei einer ähnlichen Situation in der Zukunft muss anders reagiert werden. Hotels sind enorme Investitionen mit hohen laufenden Kosten, hier bedarf es besonderer Regeln“, so Markus Grießler, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Wien (WKW). Es müsse nun Lösungen für Zeiten geben, in denen die Nachfrage auch für eine längere Periode nachlasse. „Das Problem der nächsten Jahre wird ja sein, dass es weniger Touristen als in den letzten Jahren geben wird. 2019 etwa hatten wir 17,6 Mio. Nächtigungen. Die Hotelkapazitäten sind für diese Ströme ausgelegt. Die Hotels werden nun insgesamt weniger ausgelastet und haben dennoch fast die gleichen Kosten. Das wird viele, die jetzt die Pandemie überstanden haben, in der Zukunft in die roten Zahlen treiben.“

Die „Kondervierungsprämie“ erklärt

Der WKW-Chef empfiehlt die Einführung einer „Konservierungsprämie“, die ähnlich der Stilllegungsprämie in der Landwirtschaft gestaltet ist. „Wenn Hotels stillgelegt werden und damit die Bettenkapazität in der Stadt gesenkt wird, steigt auch bei weniger Touristen die Auslastung der offenen Hotels auf ein gewinnbringendes Niveau. Mit einer Konservierungsprämie für diese temporär geschlossenen Häuser können diese über die Dürreperiode hinweg gesichert werden, um dann, wenn die Gäste wieder zahlreicher kommen, schnell wieder am Markt zu sein“, so die Idee.

Zudem, so schlug er vor, könnten Seminar- oder Veranstaltungsräume von Hotels auch als Klassenzimmer für Schulen mit erhöhten Platzbedarf dienen – oder als Home-Office außerhalb der eigenen vier Wände. Auch dafür brauche es jedoch eine rechtliche Basis, betont er.

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