28.01.2021

Kritik an hohen Zinsen bei SVS-Stundungen

Die Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS) wie auch die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) mahnen seit einigen Tagen im Rahmen der Coronakrise gestundete Sozialversicherungsbeiträge ein. Für die Hoteliervereinigung ist die Höhe der Verzugszinsen ein "Wucher".

Die SVS droht mit 3,38 Prozent Verzugszinsen, sollte nicht bis Ende März gezahlt werden, kritisierte ÖHV-Chefin Michaela Reitterer im "Kurier" (Donnerstag). "In einem Umfeld von Null- und Negativzinsen wirkt das wie Wucher", wird Reitterer zitiert. Die Zahlung im März sei aber für Betriebe, die noch geschlossen sind und wo der Normalbetrieb nicht absehbar ist, kaum möglich. "Wenn ich meinen Kunden für nicht geleistete Zahlungen 3,38 Prozent draufschlagen würde, hätte ich die Arbeiterkammer am Hals", sagt Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Sie fordert eine Verlängerung der Stundungsfrist.

Die ÖGK verweist laut "Kurier" darauf, dass auch nach März Ratenzahlungen vereinbart werden können und dass die Verzugszinsen erst ab Juli 2022 3,38 Prozent betragen sollen, davor hingegen erst 1,38 Prozent. Die ÖGK habe seit Beginn der Corona-Krise 7.200 Ratenvereinbarungen abgeschlossen. Es gab über 58.000 Stundungsansuchen. Bei der ÖGK seien Beiträge in Höhe von 1,2 Milliarden Euro ausständig, 600 Millionen davon als Folge der Corona-Krise. Bei der SVS belaufen sich die Stundungen auf etwa 167 Mio. Euro.

Abgesehen davon, dass die Sozialversicherung ihre gestundeten Beiträge zurückfordern, laufen Ende Jänner auch die Kreditstundungen bei den Banken aus. Auch sie versprechen "maßgeschneiderte Lösungen" für ihre Kunden.

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