20.10.2020

Kuren in Zeiten von Corona

Was macht die Pandemie mit dem Gesundheitstourismus? Ein Gastkommentar von Susanne Mitterbauer über den Kurbetrieb in Zeiten von Covid-19 aus dem Reduce Hotel Vital 4 Sterne Superior in Bad Tatzmannsdorf.

Am Anreisetag erfolgt zu allererst der PCR-Test, klassisch und unangenehm mit dem Stäbchen im Rachen. Bezahlt wird er von der PVA. Dann folgt die Kasernierung im Zimmer, dorthin wird auch das Abendessen serviert. Morgens, am nächsten Tag, das Warten auf das Ergebnis. Wer bis sieben Uhr nicht angerufen wird, ist clean und kann das Kurleben beginnen. Dazu Vorstandsdirektor Andreas Leitner: „Die Tests werden um 14 Uhr nach Wien geschickt, wir haben das Resultat in den Nachtstunden. Bis jetzt wurde kein einziger positiver Test registriert und bei dieser Aussage fällt mir wirklich ein Stein vom Herzen.“ 

Nach der Schließung von 17. März bis 2. Juni sind die drei Kurhotels im Ort mit 400 Betten derzeit zu gut zwei Drittel belegt, denn einige Gäste sind wohl noch immer verunsichert, andere kommen mit den aktuellen Vorschriften nicht klar. Neben verpflichtendem Test und Kasernierung sind das die Masken-Tragepflicht, das Abstandhalten und laufende Desinfizieren der Hände im gesamten Haus (außer bei den Therapien und beim Essen). Dazu kommen ein Besuchsverbot und ein Verbot Gaststätten zu besuchen. Letztere sind naturgemäß nicht kontrollierbar, es zählt die Eigenverantwortung, die wiederum wird wohl nicht von allen eingehalten. Trotzdem hat man den Eindruck, wenn man sich nur einigermaßen an die Vorgaben hält, hier in einer sicheren „Blase“ zu leben. 

Abgesehen davon verläuft der Kurbetrieb wie früher. Alle Therapien kommen zur Anwendung, das Kurmittelhaus wurde erst kürzlich perfekt renoviert und bietet ausreichend Platz. Alle 350 Mitarbeiter werden wöchentlich getestet, während der Schließung wurden sie in Kurzarbeit geschickt. 

Auch im gastronomischen Bereich gibt es keine massiven Änderungen. Statt des Frühstückbuffets werden die gewählten Speisen an der Theke gereicht, statt des Salatbuffets wird Salat serviert, zusammen mit den drei, täglich wechselnden Menus also keine großen Einschränkungen. Die Küche bemüht sich die gesunden, aber kalorienreduzierten Speisen, einfallsreich und geschmackvoll zuzubereiten, allerdings nicht immer erfolgreich.

Zur Information
„REDUCE“ ist eine hundertprozentige Tochter des Landes Burgenland und verfügt neben den Kurhotels noch über die beiden 4* Superior Häuser, das „Vital“ und das „Thermal“ für private Gäste. Vorstandsdirektor Leonhard Schneemann wurde am 13. August Mitglied der burgenländischen Landesregierung und übernahm als Landesrat die Agenden Soziales und Wirtschaft. In seiner Funktion als Vorstandsdirektor des Reduce Gesundheitsresorts folgte ihm interimistisch Andreas Leitner. Der 45-jährige Südburgenländer ist im Bezirk Oberwart wohnhaft und Vater von zwei Kindern.  

(Autorin: Susanne Mitterbauer)

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