07.06.2021

Kurzarbeit wird mit zwei Modellen weitergeführt

Die Regierung verkündigte heute Montag das Verhandlungsergebnis mit Sozialpartnern und AMS. Ein Kurzarbeitsmodell zielt auf besonders betroffene Branchenbereiche wie Stadthotellerie, Luftfahrt oder Nachtgastronomie. Für alle anderen gibt es eine Übergangsvariante.

Für von der Pandemie besonders getroffene Unternehmen, die etwa aufgrund langer Lockdowns hohe Umsatzeinbußen verzeichnen, soll eine eigene Variante Arbeitsplätze sichern. Als besonders betroffene Betriebe gelten jene Betriebe, die entweder von Lockdown oder behördlichen Maßnahmen betroffen sind oder im 3. Quartal 2020 einen Umsatzrückgang von 50 Prozent im Vergleich zum 3. Quartal 2019 verzeichnen. In dieser Variante bleiben die Eckpunkte ähnlich der Corona-Kurzarbeit IV: Arbeitnehmer können in Kurzarbeit gehen und bekommen dafür weiterhin 80 bis 90 Prozent des letzten Nettogehalts bzw. -lohns. Das heißt auch, die Arbeitszeit kann bis auf null Prozent sinken. Diese Corona-Kurzarbeitsvariante soll jedenfalls bis Ende des Jahres gelten.

Für das Übergangsmodell wird die Mindestarbeitszeit 50 Prozent betragen, in Ausnahmefällen gelten weiter 30 Prozent. Für Arbeitnehmer bleibt es bei einer Nettoersatzrate von 80 bis 90 Prozent. Neu an diesem Modell ist der Selbstbehalt für Unternehmen als Weg in Richtung des alten (vor der Coronakrise geltenden) Kurzarbeitsmodells. Diese müssen künftig für 15 Prozent der Fördersumme selbst aufkommen. Gelten wird dieses Modell bis Sommer 2022.

Ein Erfolgsmodell

Mit einem Volumen von rund 8,2 Milliarden Euro ist die Kurzarbeit das Kriseninstrument mit dem höchsten Auszahlungsvolumen. Alleine im Tourismus konnten rund 154.000 Arbeitsverhältnisse über die Krise hinweg gesichert werden, betont man im Tourismusministerium. Für die Bereiche Beherbergung und Gastronomie wurden dafür rund 1,6 Mrd. Euro bereitgestellt bzw. ausbezahlt. „Die Überbrückung war notwendig, um unser Personal in den Betrieben zu halten, ohne die Kurzarbeit hätten die Öffnungen in Gastronomie und Tourismus nicht funktioniert“, erklärt Tourismusministerin Elisabeth Köstinger. 

„Uns war es wichtig, eine Lösung zu finden, die möglichst vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern möglichst lange ihren Arbeitsplatz sichert. Das ist mit der Verlängerung und den Änderungen zur Kurzarbeit IV jetzt gelungen“, zeigt sich etwa ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian zufrieden mit dem Verhandlungsergebnis.

Von Arbeitgeberseite stößt man ins selbe Horn: „Mit der Anpassung der Kurzarbeit haben wir eine gute Lösung erzielt, auch um besonders betroffene Betriebe weiter abzusichern. Denn gerade in Tourismus, bei den Messebetreibern, den Veranstaltern oder der Stadthotellerie benötigen wir noch einen längeren Atem. Das künftige Kurzarbeitsmodell geht stärker auf die individuelle Betroffenheit ein und ist daher besonders treffsicher“, sagt Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Nähere Infos zur Verlängerung der Kurzarbeit und zum Übergangsmodell mit reduzierter Förderhöhe finden Sie unter www.sichere-gastfreundschaft.at.

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