25.11.2021

KWP-Lehrlinge im virtuellen Schlachthof

Kreidetafel war gestern: Das KWP setzt seinen Lehrlingen die VR-Brille auf, um die Verarbeitung von Fleisch auf virtuellem Wege zu vermitteln.

Für die Kochlehrlinge der Häuser zum Leben des Kuratoriums Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP) ist das quietschende Geräusch von Kreide auf der Wandtafel bei der Warenkunde und beim Training Schnee von gestern: Robert Guschelbauer entwickelte dort gemeinsam mit seinem Team sowie dem Kooperationspartner Berger Fleischwaren für die Köchinnen und Köche von morgen eine Methode, mit der man mittels VR-Brille alles zum Thema Fleisch lernen kann.

Virtuelles Zerteilen vermeidet Abfälle

Besonders Fleisch fachmännisch zu zerteilen, will gelernt sein. Doch wie macht man das ohne echte Tiere? Mit einer VR-Brille. Die Möglichkeiten, innerhalb des vom KWP entwickelten VR-Erlebnisses zu interagieren, sind vielfältig. Gemeinsam mit dem Headset und den Handcontroller wird dreidimensionale Interaktion wie beispielsweise virtuelles Zerteilen und Bearbeiten ermöglicht. So können die Handgriffe unzählige Male wiederholt werden, ohne frisches Fleisch dafür zu benötigen. Robert Guschelbauer, Bereichsleiter des Gastronomischen Managements und Mitglied der Geschäftsführung des KWP, entwickelte diese neue, unkonventionelle Lehrmethode gemeinsam mit seinem Team und dem Kooperationspartner Berger Fleischwaren. Die KWP-Lehrlingsbeauftragten wollen damit nicht nur den Lehrlingen das Handwerk vermitteln, sondern auch eine Sensibilisierung für das Thema Tierwohl und den Respekt vor Nutztieren näherbringen.

Höhere Sensibilisierung vermittelbar

Robert Guschelbauer über die erste Probephase des neuen E-Learning-Tools: „Der Einsatz eines virtuellen Trainings bringt nicht nur Spaß und Abwechslung in die Ausbildung, sondern gerade bei dem Thema Fleischaufteilung und Schlachtung auch eine hohe Sensibilisierung für das Produkt. Wir erzielen damit ein viel höheres Bewusstsein und Respekt vor dem Tier und dem Lebensmittel Fleisch. Wenn sie heute ein Schnitzel in einem Lokal bestellen oder beim Fleischhacker kaufen, wurde dieses Tier von jemandem getötet. Fakt. Ein weiterer wesentlicher Vorteil bei der virtuellen Fleischzerteilung ist, dass die Schnitte beliebig oft wiederholt und trainiert werden können, ohne reale Lebensmittel dafür verwenden zu müssen. Die Chance, ein Schnitzel mit dem VR-Controller zu klopfen, hat man nicht jeden Tag.“

Auch der Kooperationspartner Rudolf Berger, Geschäftsführer von Berger Fleischwaren, ist von der KWP-Initiative angetan: „Das VR-Lehrlingsvideo, initiiert von unserem langjährigen Partner KWP, ist ein absolut innovativer Zugang zur Wissensvermittlung und entspricht perfekt dem Zeitgeist der Jugend. Auch wir werden es mit großer Überzeugung und Begeisterung im Zuge unserer Lehrlingsausbildung einsetzen.“Ausbildung braucht neue Wege
„Die Zukunft der Gastronomie hängt davon ab, ob es uns gelingt mit guten, neuen Leuten den Fachkräftemangel durch neue Wege die Attraktivität der Ausbildung zu steigern. Der Einsatz der VR-Brillen und mit 3D-Druckern für Speisen beim KWP sind erst der Anfang“, so Robert Guschelbauer zum Auftakt der KWP-Lehrlings-Offensive.
Über dieses Projekt gibt es auch ein spannendes Image-Video auf YouTube.
(red)

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