29.09.2021

Längere Kündigungsfristen - oder doch nicht?

Die Kündigungsfristen für Hotellerie- und Gastro-Arbeiter werden ab dem 1. Oktober gesetzlich an die Fristen für Angestellte angepasst. Gewerkschaft und Wirtschaftskammer sind unterschiedlicher Rechtsmeinung.

In Hotellerie und Gastronomie bedeutet die Anpassung eine Verlängerung der Kündigungsfrist von bisher zwei auf mindestens sechs Wochen, hieß es in einer gemeinsamen Aussendung der Gewerkschaft vida und der Arbeiterkammer (AK). Gestaffelt nach Dienstjahren könne die Frist bis zu fünf Monate betragen (ab 26 Dienstjahren).

Das gilt für den Fall, dass das Arbeitsverhältnis durch den Arbeitgeber beendet wird. Bei einer Kündigung durch den Arbeitnehmer beträgt die Frist nun vier, statt wie bisher ebenfalls zwei Wochen. Stichtag für die Kündigung ist ab Oktober der Monatsletzte, bisher war eine Kündigung an jedem Tag möglich, erklärte die Gewerkschaft vida.

Wirtschaftskammer: Kündigungsfrist bleibt aufrecht

Die Wirtschaftskammer sieht die Sache anders. "Wir teilen die Rechtsansicht der Gewerkschaft nicht", erklärten die Obleute der Fachverbände für Hotellerie und Gastronomie, Susanne Kraus-Winkler und Mario Pulker. Richtig sei, dass mit 1. Oktober per Gesetz eine Angleichung der Kündigungsfristen für Angestellte und Arbeiter vorgenommen wird. "Für Saisonbranchen wie den Tourismus oder die Bauwirtschaft kann der Kollektivvertrag jedoch abweichende Kündigungsfristen vorsehen. Genau dies ist beim Kollektivvertrag Arbeiterinnen und Arbeiter im Hotel- und Gastgewerbe der Fall. Somit bleibt die bisherige Regelung im Kollektivvertrag mit der 14-tägigen Kündigungsfrist auch weiter aufrecht", so die beiden Branchenvertreter.

Die Angleichung der Kündigungsbestimmungen von Arbeitern und Angestellten wurde im Parlament bereits 2017 beschlossen und hätte am 1. Jänner 2021 in Kraft treten sollen. Aufgrund der Coronakrise wurde der Termin jedoch zunächst um 6 Monate auf den 1. Juli, und dann nochmals um weitere drei Monate auf den 1. Oktober verschoben.

(APA/Red)

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