03.12.2021

Land NÖ übernimmt Skilifte am Ötscher und Hochkar

Wende bei der Schließung der Ötscherlifte, die nun doch nicht geschlossen, sondern vom Land Niederösterreich übernommen werden.

Das Land kauf das Skigebiet Hochkar von der Schröcksnadel-Gruppe und fusioniert mit Lackenhof, kündigte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) an. Damit sei es möglich, die Ötscherlifte für die nächsten beiden Saisonen weiterzubetreiben. Ziel sei es, eine Ganzjahresdestination zu schaffen.

Der Skibetrieb in Lackenhof (Bezirk Scheibbs) soll starten, sobald es die Wetterbedingungen zulassen, sagte Sportlandesrat Jochen Danninger (ÖVP). Die Ötscherlifte werden jedoch fix in zwei Jahren abgebaut, wurde erläutert. In diesem Zeitraum soll ein Konzept ausgearbeitet werden, um einen Ganzjahrestourismus in dem Ort zu ermöglichen.

Während die Anlagen am Hochkar den Angaben zufolge zuletzt Gewinne machten, schrieb das Skigebiet Lackenhof Verluste. Mit der Übernahme der Anteile der Schröcksnadel-Gruppe, dem Mehrheitseigentümer von Hochkar und Lackenhof, durch das Land schaffe man wirtschaftliche Spielräume, um die Skilifte in Lackenhof für einen kurzen Zeitraum - diese und nächste Saison - weiter betreiben zu können, erklärte Mikl-Leitner. Die Landeshauptfrau sieht "eine ganz große Chance, Lackenhof auf neue Beine zu stellen, damit ein ganzjähriger Tourismus auch möglich wird". Das habe das Land in St. Corona am Wechsel (Bezirk Neunkirchen) unter Beweis gestellt.

Das Skigebiet Lackenhof sei nicht wirtschaftlich zu betreiben, hieß es. Ein Grund sei die mangelnde Schneesicherheit auf rund 800 Metern Seehöhe. "Finanziell war die letzte Saison - auch wegen Corona - mit weniger als 47.000 Gästen wirtschaftlich ein wahrliches Desaster", sagte Danninger. Einige Jahre zuvor habe der Ort noch 150.000 Eintritte verzeichnet. Eine gemeinsam mit der Schröcksnadel-Gruppe ausgearbeitete Fusion sei vom Unternehmen abgesagt worden, weil sich die Lage auch aufgrund der Pandemie nicht entspannt habe.

Neues Konzept gesucht

"Es braucht ein Angebot, das Gäste zu allen Jahreszeiten in die Region lockt", betonte Danninger und nannte als Beispiele Trail Running, Wandern und Tourenskigehen. Dazu brauche es auch die Initiative aus der Gemeinde. Das Land stellt zwei Mio. Euro aus der ecoplus-Regionalförderung für die strategische Planung zur Verfügung und darüber hinaus eine Mio. Euro für die Erhöhung der Bettenanzahl von derzeit 800 sowie die Modernisierung der Zimmer, um die Nächtigungszahlen zu steigern. Der Großteil der Unterkünfte im Ort - zehn Hotels und mehrere Privatzimmervermieter - sei im Ein- und Zwei-Sterne-Bereich angesiedelt, was nicht stark nachgefragt werde. Die von Danninger bereits am Wochenende angekündigten drei Mio. Euro werden in eine Gastgeberförderung umgewandelt.

Die Schröcksnadel-Gruppe "verabschiedet sich in aller Freundschaft aus Niederösterreich", meinte Danninger. Zum Kaufpreis hieß es, dass ein Verkehrswertgutachten erstellt werden soll. "Wir reden hier von der Bandbreite eines einstelligen Millionenbetrages, was die Anteile der Schröcksnadel-Gruppe am Hochkar betrifft", so der Landesrat.

(APA/Red)

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