29.10.2019

Landesküchen OÖ geben sich verstärkt „regiönal“

Oberösterreich betreibt 42 Landesküchen und kocht täglich 1,6 Millionen Mahlzeiten. Die Zutaten stammen vermehrt aus Österreich wie der Leitbetrieb im Linzer LDZ (Landesdienstleistungszentrum) zeigt.

Es kommt nicht alle Tage vor, dass die Gemeinschaftsverpflegung Thema der Pressekonferenz einer Landesregierung ist. Anders in Oberösterreich, wo Agrarlandesrat Max Hiegelsberger nun die Initiative „Wir essen regiönal“ vorstellte. Kern des Themas ist die Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln in Betriebsküchen und Kantinen des Landes Oberösterreich.

Zwei Drittel der Konsument wünschen eine Herkunftskennzeichnung

„Immerhin“, so Hiegelsberger im Gespräch mit HGV PRAXIS, „wünschen sich mehr als zwei Drittel der Gäste im Außer-Haus-Bereich genau so eine Herkunftskennzeichnung.“ Mit 1,6 Millionen gekochten Essen pro Tag (in 42 Küchen des Landes OÖ) ist das Land ein erheblicher Großverpfleger. Alleine im Landesdienstleistungszentrum in Linz werden pro Jahr 380.000 Mahlzeiten frisch gekocht. Ein Löwenanteil entfällt somit auf die Betriebskantine des LDZ, die seit Jahren von Küchenleiter Christian Hügelsberger verantwortet wird.

„Eine gute Küche und eine gesunde Ernährung sind von grundsätzlicher Bedeutung für unser Wohlbefinden und unsere Lebensfreude. Dafür braucht es Lebensmittel in entsprechend hoher Qualität, wie sie von unseren Bäuerinnen und Bauern in Oberösterreich produziert werden. Das ist der einfache Hintergrund für unsere Bemühungen, den regionalen Einkauf in den Landesküchen zu steigern: Beste Lebensmittel mit kurzen Transportwegen frisch auf den Tisch“, so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

Sichtbarmachung und Bewusstseinsbildung

Die Aktion „Wir essen regiönal“ weist vor allem zwei Stoßrichtungen auf: die vermehrte Sichtbarmachung regionaler Lebensmittel und damit Bewusstseinsbildung und die nachvollziehbare Datenerhebung und Dokumentation der tatsächlichen Herkunft der verwendeten Lebensmittel. Die mit dem neuen System erfassten Umsatzanteile regionaler Lebensmittel (wertmäßig) betrugen 2017 rund 50 Prozent und 2018 rund 53 Prozent. Das Ziel bis 2021 unter Berücksichtigung des Bundesvergabegesetzes ist die Erreichung von 60 Prozent.

Die Auslobung der Lebensmittelherkunft wirkt sich auch auf die Einkaufsphilosophie der Köche aus. Die klare Kommunikation in Richtung der Konsumentinnen und Konsumenten wirkt motivierend auf das Küchenpersonal.

Konsumenten überdenken eigenes Kaufverhalten

„Die Bewusstseinsbildung beim Thema regionale Lebensmittel ist mir persönlich ein wichtiges Thema und unser Projekt erweckt mittlerweile große Aufmerksamkeit bei unseren Gästen. Die Menschen beginnen auch über ihr privates Einkaufsverhalten nachzudenken. Das ist aus den vielen positiven Rückmeldungen klar abzulesen. Es ist für mich persönlich trotz des Mehraufwandes einfach eine große Freude, bei der Lebensmittelbeschaffung direkt mit den landwirtschaftlichen Produzenten im Kontakt zu stehen. Diese besondere Qualität der Zusammenarbeit, bisher allenfalls in der Spitzengastronomie üblich, bringt auch die Gemeinschaftsverpflegung qualitativ voran“, so LDZ-Küchenleiter Christian Hügelsberger.

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