13.09.2018

Luftfahrtsymposium: Grüne Zukunft und weniger Chaos

Wie grün die Luftfahrt in Zukunft sein kann und muss und welche Lehren man aus den zahlreichen Flugverspätungen und Ausfällen des vergangenen Sommers gezogen hat, waren die Themen der Branchenveranstaltung des Luftfahrtverbands. 

„Im letzten Sommer hat es geknirscht in der Luftfahrt“, betonte der neue Präsident des Österreichischen Luftfahrtverbands/Austrian Aviation Association (ÖLFV/AAA) Peter Malanik. Er sprach damit eines der beiden zentralen Themen des Symposiums an.

„Es hat noch nie so viel Flugverkehr gegeben in Europa und Österreich  wie diesen Sommer. Das Problem: Das vorher nicht so prognostiziert“, betonte Chef der Austrocontrol Heinz Sommerbauer. Die Systeme seien am Limit gewesen. Auch die Wetterkapriolen mit kilometerhohen Gewittertürmen über den Alpen, die nicht mehr überflogen werden konnten, trugen ihren Teil zum Problem bei. Ebenso die Aufarbeitung der Air-Berlin-Pleite, die von den anderen Airlines nicht in vollem Umfang so schnell aufgefangen werden konnte.

Die Airlines sind gefordert 

„Die Industrie wird sich für nächsten Sommer intensiv vorbereiten, damit Fälle wie heuer nicht mehr vorkommen“, betonte der neue AUA-Chef Alexis von Hoensbroech. Die Airlines seien allerdings schon „ausoptimiert“, man stoße an Systemgrenzen. Für van Hoensbroech stellt sich die Frage, wie viele zusätzliche Flüge das System noch verträgt.

Der Vorstand des Flughafens Wien, Julian Jäger, sieht die Airlines jedenfalls in der Pflicht. Sehr viel Zeit sei nämlich nicht mehr bis zum Sommerflugplan 2019. Der Flughafen Wien bereitet sich unter anderem mit größeren Pufferzeiten bei den Bodendiensten vor. Potenzial sei für die Flughäfen jedenfalls noch vorhanden: „Wir hatten vor zehn Jahren in Wien tausende Flugbewegungen mehr.“ 

Die große Frage der Zukunft

Neben den aktuellen Herausforderungen stand beim Luftfahrtsymposium 2018 die Frage der Zukunft der Luftfahrt im Mittelpunkt der Präsentationen und Gespräche. „Insgesamt steigen die Emissionen in der Luftfahrt stark“, betonte Gerhard Gürtlich, Leiter der Sektion Verkehr im BMVIT. „Initiativen zu grüner Technik sind daher sehr zu begrüßen.“ Und es brauche Regulierungen.

„Leider fliegen Batterien und Akkus ziemlich schlecht“, betonte Peter Malanik. Ihre Verwendung bei Antriebssystemen wird durch deren Gewicht erschwert. Und der ehemalige AUA-Chef Kay Kratky (CCP-Technology) betonte: „Unsere Industrie hat keine Alternative, wir werden auch die nächsten Jahrzehnte mit Verbrennungsmotoren fliegen.“ Noch ist der Wirkungsgrad von Kerosin unübertroffen. Die Frage ist, welche technologischen Entwicklungen die Lösung für deutlich geringeren CO2-Ausstoß bringen, auch um selbstgesetzte Vorgaben zu erreichen.

 

Newsletter bestellen

Mediadaten