20.05.2019

Lufthansa will LSG loswerden

Die AUA-Mutter Lufthansa will nicht mehr selbst kochen und hat daher ihre Catering-Tochter LSG Sky Chefs mit weltweit rund 35.000 Mitarbeitern offiziell zum Verkauf gestellt.

Das Unternehmen steckt mitten in einer aufwendigen Sanierung und hat trotzdem mit 115 Millionen Euro gerade eines der besten operativen Ergebnisse seiner Geschichte an den Mutterkonzern abgeliefert. In der Großküche am Frankfurter Flughafen und anderswo herrscht deshalb Unverständnis und große Unruhe.

Der Billigtrend beim Fliegen hat die Bordverpflegung zumindest auf Kurzstrecken fast obsolet gemacht. Die Passagiere zahlen meist nur noch den nackten Ticketpreis und nicht mehr das Rundum-Sorglos-Paket von früher. Wo jeder Snack und jeder Drink extra kostet, sinkt der Absatz und auch die verbleibenden Angebote werden unter hohem Kostendruck hergestellt. Die LSG hat darauf unter anderem mit dem Bau eines neuen Produktionswerks im tschechischen Bor reagiert, um von den geringeren Lohnkosten zu profitieren. Trotzdem gibt es aus Sicht des Lufthansa-Vorstands bei der Bordverpflegung nicht mehr richtig viel zu verdienen.

Zumindest das Europa-Geschäft soll an einen strategischen Investor gehen, der das Handwerk verstehe, heißt es in Konzernkreisen. Mindestens drei Interessenten gebe es bereits - neben den europäischen Konkurrenten Do & Co aus Österreich und Gate Gourmet soll sich auch Dnata aus Dubai für die LSG-Küchen interessieren.

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