08.06.2020

Markus Gratzer: "Es gibt noch viel Handlungsbedarf!"

Der ÖHV-Generalsekretär Markus Gratzer betont im Interview mit Hotel & Touristik zur Wiedereröffnung der Hotels den aktuten Handlungsbedarf bei Unterstützungsleistungen der Regierung, um die Schäden für den Standort Österreich nicht zu massiv werden zu lassen.

Hotel & Touristik: Warum sperren nur rund die Hälfte der Betriebe zum frühestmöglichen Termin auf? Braucht es nicht einen symbolträchtigen Schulterschluss und Umsatz um jeden Preis?
Markus Gratzer: Laut aktueller ÖHV-Branchenbefragung rechnen Österreichs Qualitätshotels für Juni mit einer Auslastung von etwa 20 Prozent, für Juli leicht darüber, aber unter 30. Bei diesen Zahlen schreibst du jeden Tag höhere Verluste. Die Betriebe müssen natürlich nach betriebswirtschaftlichen Parametern entscheiden. Sie müssen  schauen, dass uns der Corona-Virus nicht auch ohne zu schnelle Wiederöffnungen zu viele Löcher in die Reihen reißt. Viele Betriebe öffnen Mitte Juni und andere erste Anfang Juli, hier ist die Nachfrage entscheidend.  

Wie viele Betriebe werden aus betriebswirtschaftlicher Sicht dieses Jahr nicht überleben?
Das lässt sich noch nicht sagen. Wir müssen und dürfen ja davon ausgehen, dass unsere Regierung die Hilfsprogramme laufend evaluiert und bei Bedarf rasch nachbessert. Aktuell gibt es aus unserer Sicht leider noch viel Handlungsbedarf.

Was muss dringend als nächste Maßnahme von der Politik kommen?
Besonders wichtig wäre, dass endlich Liquidität bei den Betrieben ankommt: Die Politik hat einigen Input von uns angenommen, etwa dass es nicht rückzahlbare Zuschüsse braucht oder dass der Ausschluss von Unternehmen In Schwierigkeiten laut Gruppenfreistellungsverordnung einen massiven Schaden für den gesamten Standort mit sich brächte, weil die Definition auf die Hotellerie nicht anwendbar ist. Auch unsere Forderung nach einem Sonderbudget für die ÖW nach dem Vorbild der Schweiz wurde angenommen. Aber wir es wird noch viele kleine, aber wichtige Schritte in enger Abstimmung mit der Branche brauchen. Immerhin, die ersten Betriebe bekommen nun endlich Zahlungen vom AMS für die Kurzarbeit.

Was geben Sie den Betrieben für den Start mit?
Das wichtigste ist jetzt neben einer gesunden Portion Optimismus ein wirklich guter Taschenrechner: Jeder muss für sein Unternehmen wissen, bei welchen Zahlen der Betrieb hochgefahren werden kann und muss. Es ist am Anfang natürlich eine Investition in das Verhältnis zu unseren Gästen und Mitarbeitern: Gewinne schreibt heuer wohl keiner von uns. Aber es wird wieder bergauf gehen, und auch wenn Bergaufgehen naturgemäß kräfteraubend ist: Der Gipfel ist oben und der muss das Ziel sein.

Den kompletten Artikel zur Hotelöffnung lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Hotel & Touristik, die am 5. Juni 2020 erscheint.

Branchen-News, die Sie wirklich brauchen!

Partner

Mediadaten