09.07.2020

Maskenpflicht in Kärntens Tourismus-Hotspots

Mit Freitag wird unter anderem in Velden eine Maskenpflicht für den öffentlichen Raum eingeführt. Sie wird in den Abend- und Nachtstunden von 21.00 bis 2.00 Uhr gelten.

Die Situation um SARS-CoV-2 in Österreich mit knapp über 90 Neuinfektionen seit dem vorangegangenen Tag wurde am Mittwoch auch von neuen Maßnahmen geprägt. Die Maßnahme in Kärnten gaben Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) und Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ) bekannt. "Wir blicken mit großer Sorge in die Tourismus-Hotspots", sagte Schuschnig.

Zuletzt hatte es Berichte über Menschenansammlungen ohne Abstand und Klagen von Wirten gegeben. Die abendliche Maskenpflicht sei eine präventive Maßnahme, um Infektionen zu verhindern, am Dienstag hatte es dazu eine Krisensitzung gegeben. Man habe gehofft, dass die Eigenverantwortung greife, musste jedoch feststellen, dass eindringliche Appelle nicht ausreichten, um Menschenansammlungen zu verhindern, in denen weder auf Abstands- noch Hygieneregeln geachtet werde, so der Landesrat. Wirte und Mitarbeiter seien zuletzt verbal und sogar körperlich von Gästen attackiert worden, wenn sie auf die Einhaltung der Regeln pochten.

"Velden soll nicht zum Sommer-Ischgl werden", postulierte Schuschnig. Man werde sich die Marke "Sicherer Süden" nicht kaputtmachen lassen. Mund-Nasen-Schutz muss in Velden und an anderen Orten auf der Straße und vor den Lokalen getragen werden. In den Lokalen und den Schanigärten gilt die Maskenpflicht nicht. Kontrolliert werden soll die Einhaltung der Regeln von der Polizei. Sie soll Gäste und Passanten auf die Maskenpflicht aufmerksam machen. "Wenn sich jemand beharrlich weigert, wird die Exekutive entsprechend vorgehen", so Schuschnig. "Wir wollen das Entstehen neuer Infektionsherde verhindern", sagte Prettner. Polizeisprecher Rainer Dionisio: "Wenn uns die Gesundheitsbehörde um Unterstützung ersucht, werden wir natürlich mitwirken." Noch aber liege nichts Schriftliches vor.

Wo gilt die Maskenpflicht?

Die Definition der Hotspots, an denen die Maskenpflicht gelten soll, obliegt den Bezirkshauptmannschaften. Bernd Riepan, Bezirkshauptmann von Villach-Land sagte auf APA-Anfrage, sie werde in seinem Bezirk in Velden gelten, über den Faaker See sei noch nicht entschieden. Auch in den anderen Bezirken standen definitive Entscheidungen zunächst noch aus. Klagenfurt winkte bereits am Mittwoch ab.

Von der Landespolitik wurden Wörthersee, Faaker See und Klopeiner See genannt. Seitens der Wirtschaftskammer wurde betont, dass die Wirte hinter der Entscheidung stünden. 

Der Chef der Oppositionspartei "Team Kärnten", Gerhard Köfer, nannte die angekündigte Regelung "willkürlich und alibihaft". Das Virus verhalte sich nachts nicht anders als am Tag, auch in Ballungszentren tummelten sich Bürger oft ohne Abstand. Die FPÖ forderte Corona-Teststationen in allen Tourismusgemeinden, die bisher durchgeführten 1.200 Tests von Tourismus-Mitarbeitern sei zu wenig.

 

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