15.06.2021

Moritz Wiedemann ist „1. Wiener Rindfleischkaiser“

Mit den ersten Öffnungsschritten nimmt auch das kulinarische Wettbewerbsgeschehen wieder Fahrt auf. Der „1. Wiener Rindfleischcup“ der VKÖ-Sektionen Niederösterreich und Wien bildete den Anfang.

Seit gut einem Jahr war auch das gesamte Wettbewerbsgeschehen in der Gastronomie und Hotellerie praktisch tot. Keine Ausscheidungen, keine Lehrlingswettbewerbe, gar nichts. Was aber nicht heißt, dass hinter den Kulissen nicht emsig an einem Re-Start gearbeitet wurde. So zum Beispiel in Person von Michael Schneider, der für die VKÖ-Sektionen Wien und Niederösterreich den „1. Wiener Rindfleischcup“ aus der Taufe hob.

„Als Patron für diesen Nachwuchswettbewerb konnten wir niemand Geringeren als den Wiener Rindfleischkaiser Ewald Plachutta gewinnen“, erklärte Schneider im Gespräch mit HGV PRAXIS nicht ohne Stolz. Wesentlich schwieriger als das Rekrutieren von Sponsoren und dem Namenspatron sollte sich aber die Tatsache herausstellen, wie man in Pandemiezeiten einen Wettbewerb auf die Beine stellt, der 1.) diesen Namen verdient und 2.) vor Publikum ausgetragen wird. Michael Schneider und sein Team von den Kitchen-Youngsters ersannen ein hybrides Format, das aus einer digitalen Bewerbung und einem real gekochten Finale bestand. Zum Bewerb waren Schüler von Berufsschulen und Gastgewerbeschulen aufgerufen. Mit über 70 Einreichungen zeigt sich, dass das Interesse, sich im Wettbewerb zu messen, keineswegs eingeschlafen ist. Eine sechsköpfige Jury traf eine Vorauswahl aus eingesandten Rezepten und Handyvideos, die zeigten, wie welches Gericht gekocht wurde. 26 Teilnehmer waren dann zum großen Finale im Einkaufszentrum „Millenniums City“ am Wiener Handelskai eingeladen. Das war wieder so ein grandioser Schachzug, der es ermöglichte, dass überhaupt ein Finale vor Publikum stattfand. Inmitten von Geschäftspassagen wurden zwei Kochkojen (GTA) installiert, in denen die Finalisten vor Passanten, Interessierten, Geschäftsleuten und Branchenkollegen ihre Rindfleischgereichte zubereiteten. Die Vorgaben für die Schüler lauteten: Wareneinsatz nicht über zehn Euro und die Gerichte durften zwar auf der großen österreichischen Rindfleischkultur beruhen, gefragt war aber ein neuer, frischer Input, der eine Neudefinition von Gerichten beschwor.

Gezeigte Leistungen machen zuversichtlich

Mit einem Gedicht von einer geschmorten Hochrippe verstand es der Schüler der „Bergheidengasse“ Moritz Wiedemann perfekt, sich zum „1. Wiener Rindfleischkaiser“ zu kochen. Das perfekt marmorierte Fleisch war nicht nur auf den Punkt gegart, sondern mit den drei verschiedenen Kartoffelvariationen harmonisch begleitet. Platz 2 sicherte sich der Schüler der Gastronomiefachschule am Judenplatz Nguyen Minh Quang, dessen zart gebratenes Entrecôte sich perfekt mit dem Rinderjus ergänzte. Quangs Gericht war auch optisch eine Augenweide. Platz 3 eroberte schließlich Tobias Horvat, dessen rosa gebratenes Stück von der Hohen Beiried seinen Platz auf dem Teller behauptete, jedoch mit gekonnt geformten Kuben vom Erdapfel umrahmt war und mit diversen Gemüsecremes spannende farbliche Tupfer versehen war. Ewald Plachutta bei der Preisverleihung: „Die gezeigten Leistungen waren in der Tat imposant und lassen mich hinsichtlich der hochgehaltenen österreichischen Rindfleischkultur zuversichtlich in die Zukunft blicken.“

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