24.03.2021

Motel One mit großem Umsatzloch

Die Coronapandemie mit monatelangen Lockdowns hat das Geschäft der deutschen Hotelkette um knapp zwei Drittel auf 209 Mio. Euro zurückgeworfen.

Motel One ist an 75 Standorten in zehn europäischen Ländern vertreten. In Österreich betreibt Motel One im Joint Venture mit der Verkehrsbüro Group derzeit sieben Hotels. Erstmals in der 20-jährigen Firmengeschichte gab es nun einen Verlust vor Steuern, der sich auf 102 Mio. Euro belief.

Firmengründer und CEO Dieter Müller erwartet für heuer "hohe Verluste in einer ähnlichen Größenordnung … 2021 wird ein absolutes Krisenjahr", sagte Müller bei einer Online-Bilanzpressekonferenz am Mittwoch. Derzeit würden "die Perspektiven fehlen". Die Gesamtauslastung der Budget-Design Hotelgruppe mit Hauptsitz in München lag im vergangenen Jahr bei nur 28 Prozent, 2019 waren es noch 77 Prozent. In europäischen Ländern mit Kurzarbeitsregelungen nahm die Hotelkette diese in Anspruch. Die Mitarbeiterzahl sank von 2.600 auf rund 2.000.

An der Expansionsstrategie will man bei Motel One trotz der Corona-Krise festhalten. Heuer sollen sechs neue Hotels eröffnen, bis 2024 stehen insgesamt 27 Neueröffnungen am Programm.

Verlustjahr auch in Österreich

In den sieben österreichischen Hotels (vier Standorte in Wien, zwei in Salzburg, einer in Linz) betrug die Auslastung ebenfalls nur 28 Prozent (2019: 83 Prozent). Der Umsatz brach auf 21 Mio. Euro (2019: 59 Mio. Euro) ein. Das Ergebnis vor Steuern belief sich im vergangenen Jahr auf minus 9,5 Mio. Euro, im Jahr 2019 gab es noch einen Gewinn von 12,5 Mio. Euro. Nächstes Jahr plant Motel One zwei Neueröffnungen in Graz und Innsbruck.

Im Gegensatz zu Deutschland lobte der Firmenchef die schnelle Auszahlung der Coronahilfen in Österreich. In Deutschland hat Motel One noch keine Wirtschaftshilfen bekommen.

Durchhalten bis 2023

Hohe Liquiditätsreserven und eine solide Eigenkapitalbasis halfen der Hotelkette bisher durch die Coronakrise. Das Eigenkapital schrumpfte im Coronajahr von 547 auf 462 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote sank von 82 auf 66 Prozent. Die Liquiditätsreserve schrumpfte um mehr als 100 Mio. Euro auf 163 Mio. Euro Ende 2020.

Motel-One-Chef Müller erwartet, dass die Hotelkette das Vorkrisenniveau wohl erst Ende 2023 wieder erreichen wird. Derzeit macht man noch zwei Drittel des Umsatzes mit Geschäftskunden und ein Drittel mit Privatgästen. Als Langzeitfolge der Coronakrise werde es wohl weniger Geschäftsreisen und mehr virtuelle Meetings geben, erwartet der Firmenchef. Darauf müsse man reagieren. Im Mai wird sich Müller (67) aus dem Management in den Aufsichtsrat zurückziehen und die Co-Geschäftsführung an seinen Sohn Daniel und den Motel-One-Manager Stefan Lenze übergeben. Beide sind bereits in der Geschäftsführung aktiv.

(APA/Red)

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