03.08.2020

Münchner Kaffeebarkette insolvent

Nach turbulenten Jahren und wechselnden Eigentümern und Geschäftsführern ist die San Francisco Coffee Company pleite.

Am 28. Juli wurde eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet zur Sicherung des Schuldnervermögens vor nachteiligen Veränderungen. Gegründet wurde die Kette 1999 mit einst 25 Standorten in München von Dr. Katharina Bernau-Seiguer und Sebastian Seiguer. Der vorläufige Insolvenzverwalter Max Liebig ist laut SZ (Süddeutsche Zeitung) auf der Suche nach einem Investor. Die sechs übrigen Kaffeebars befinden sich in München, Regensburg und Abu Dhabi.

Zweimaliger Eigentümer-Wechsel

Im Herbst 2012 haben die Münchener Gastronomen Michael Dörrenberg und Uli Springer die Kette von Bernau-Seiguer übernommen und wollten die in die Jahre gekommenen Standorte neu ausrichten. Sie setzten neben neuem Design auf ein hochwertiges Sortiment mit hohem Bio- und Fairtrade-Anteil. Im März 2018 zogen sich auch Dörrenberg und Springer aus dem Unternehmen zurück und sfcc bekam ein vierköpfiges Gesellschafter- und Geschäftsführer-Team, bestehend aus früheren Franchise-Nehmern. CEO Bekir Demirel erklärte noch 2019, dass sfcc sowohl deutschlandweit als auch international expandieren will, eine Masterfranchise-Lizenz sei für den türkischen Markt vergeben worden.

Schwierige Expansion mit Franchise

Zu Hochzeiten im Jahre 2009 zählte das Unternehmen 25 Stores, davon allein 15 in der bayerischen Landeshauptstadt. Lediglich drei Units wurden in Fremdregie geführt. Im gleichen Jahr wollte Bernau-Seiguer mit Franchise stark wachsen und gewann Burger King als Masterlizenznehmer und ging eine Kooperation mit dem Travel-Standort-Spezialisten Wöllhaf ein. Zeitweise war sfcc auch auf dem Münchener Oktoberfest vertreten, mit dem St. Franzls Koffie Kompanie-Stand vor dem Kuffler Weinzelt. Grund für die Namensänderung: Auf der Wiesn dürfen die Konzepte nur deutsche Namen tragen.

Flagschiff-Standort schon seit 2019 zu

Der jahrelang stärkste und bekannteste Standort mit täglich knapp 1.000 Gästen war am Münchener Odeonsplatz, der bereits im Sommer 2019 geschlossen wurde. Die Umsatzbandbreite systemweit bewegte sich im Jahr 2012 pro Store und Jahr zwischen 200.000 Euro und 1,6 Millionen Euro.

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