19.03.2021

Na, da geht ja vielleicht doch was!

Es grünt so grün, wenn Europas „Grüne Pässe“ blühen! Ich glaube, jetzt hat sie’s! Bei Gott, ja, jetzt hat sie’s! Ein Kommentar von Brigitte Charwat.

Seit gestern hab ich diesen Gassenhauer aus My Fair Lady im Ohr, und Alan J. Lerner – von ihm stammen die wundervollen Liedtexte dieses weltberühmten Musicals – möge die kleine Abwandlung verzeihen, aber wenn wirklich kommt, was die EU mit 1. Juni 2021 verspricht, dann ist die Welt nicht nur grün, sondern ganz bald wieder rosarot und himmelblau.

Was für eine farbenprächtige und wundervolle Vorstellung, wenn sich die Tür in die Welt mit dem Grünen Pass als Freibrief für Genesene, Getestete und Geimpfte beginnt, wieder ein Stück weit zu öffnen und damit eine für Mensch, Gesellschaft und Wirtschaft längst notwendige Perspektive eröffnet. Gerade noch zum richtigen Zeitpunkt, jetzt wo der Frühling schon da ist, der Sommer, damit in den Startlöchern steht, die ungebrochen große Reiselust von Herrn und Frau Österreicher vielleicht doch noch einigermaßen befriedigt und damit das große Loch in der Reisebranche ein wenig kleiner werden kann. An den Reisemachern soll die Erfüllung dieses sehnsuchtsvollen Wunsches nach Sonne, Sand und Meer nicht scheitern, sie haben für den Sommer 2021 ordentlich aufmunitioniert und sind, wie es etwa der FTI-Boss Alexander Gessl und die TUI Vertriebs-Directrice, Ines Wasner, fast wie ausgemacht unisono sagen: „ready to go“.

Aber nicht nur FTI und TUI, die ganze Branche, vom kleinen Reisebüro bis zum Reise-Großkonzern, Airlines, Hotellerie, Freizeitanbieter und alle weiteren in der langen touristischen Leistungskette tätigen Unternehmen und Zuliefererbetriebe sind längst startklar und hoffen seit Monaten, dass die vielen Appelle und Forderungen nach einer einheitlichen Vorgehensweise, das Ende der rigiden Restriktionen im Flugverkehr, Reiseverbote und Quarantäneregelungen gehört werden und nun mit der von der EU-Kommission verkündeten Einführung eines europaweit gültigen digitalen „Grünen Pass“ auch wirklich umgesetzt werden.

Wenn die Ankündigung nicht bloß ein leeres Versprechen ist, sondern auch hält, was es verspricht. Nämlich eine einheitliche globale Lösung, was Fliegen und Reisen dann zumindest ansatzweise dem Vor-Corona-Zustand nahekommen lässt und der Maßnahmen-Fleckerlteppich dort landet, wo er hingehört: In den Müll.

Dann geht vielleicht für die Sommersaison doch noch was, am Konsumenten soll’s nicht liegen. Denn der ist nicht nur fernwehkrank, er steht laut einer Befragung des Market Instituts im Auftrag der WKO einem digitalen Gesundheitszertifikat mit 66 % mehrheitlich positiv gegenüber und er ist durchaus schon in Buchungslaune. Ein Beispiel dafür konnte dieser Tage Oceania Cruises vermelden: Gerade dass die neue „Tropen- und Exoten-Kollektion“ für 2022/23 zur Buchung freigeschalten war, rauschten die Buchungen im Dauerlauf herein und bescherten dem Kreuzfahrten-Luxusanbieter in seiner 18-jährigen Unternehmensgeschichte die meisten Buchungen an einem einzigen Tag. Auch die sechsmonatige Weltreise 2023 an Bord der Insignia war innerhalb eines Tages ausverkauft und auch die „sonstigen“ Kreuzfahrten aus der Europa- und Nordamerika-Kollektion 2022 erfreuen sich einer außergewöhnlich hohen Nachfrage.

Das ist nicht nix, gerade in Zeiten wie diesen, viel mehr ein starkes Zeichen in mehrfacher Hinsicht: Man möchte reisen. Man setzt auf Qualität, Exklusivität und Sicherheit. Man möchte Erlebnis, Genuss und Top Service eines Premiumanbieters. Und man ist bereit, für Reisen Geld auszugeben. La la la, es grünt so grün! Ich mag grün, Sie auch?

b.charwat(at)manstein.at
 

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