13.03.2019

Nach Flugverboten: geringe Auswirkungen erwartet

Nach dem weitgehenden Flugverbot für das Mittelstreckenflugzeug Boeing 737 Max droht Passagieren in Europa laut Expertenmeinung vorerst kein Chaos bei Reisen.

Derzeit seien ausreichend Ersatzflugzeuge und Reserven vorhanden, so dass größere Störungen im Flugbetrieb verhindert werden dürften. Das erst 2017 eingeführte Modell sei noch nicht so stark im Markt vertreten, sagte zum Beispiel der Airline-Berater Gerd Pontius der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir befinden uns noch in der Wintersaison, in der es ausreichend Flugzeuge gibt", meinte auch Gerald Wissel von der Airborne-Beratung. Es komme jetzt darauf an, wie schnell der Absturz in Äthiopien aufgeklärt und die richtigen Folgerungen daraus gezogen werden könnten. Sollte sich das Flugverbot bis in die Osterferien ziehen, werde es jedoch erste spürbare Kapazitätsprobleme geben, meinte der Experte.

TUI setzt auf Charter

Der Tui-Konzern will den Ausfall seiner Boeing-737-Max-8-Flotte vor dem Oster-Reiseverkehr mit Charter-Flugzeugen ausgleichen. Zur Frage möglicher Kompensationszahlungen für den Ausfall wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Die vom Hersteller Boeing in Aussicht gestellten Updates für eine möglicherweise problematische Steuerungssoftware der Boeing 737 Max 8 werden in den nächsten Tagen erwartet und sollen dann auf die Bordcomputer geladen werden.

Die hoch verschuldete norwegische Fluggesellschaft Norwegian pocht hingegen auf Schadenersatz. Es sei offensichtlich, dass die Kosten, die durch das vorübergehende Startverbot für brandneue Flugzeuge entstünden, von denjenigen getragen werden müssten, die diese Maschinen hergestellt hätten, sagte ein Unternehmenssprecher. Norwegian versuche, die Ausfälle mit anderen Flugzeugen, Umbuchungen und möglichst wenig Unzulänglichkeiten für die Passagiere aufzufangen.

Die Boeing-Krise

Die 737-Max-Serie ist der gefragteste Flugzeugtyp des Airbus-Rivalen Boeing. Der zweite Absturz einer neuen Boeing 737 Max 8 binnen weniger Monate hatte damit auch wachsende Zweifel auf dem Markt ausgelöst. Bei andauernden Problemen mit dem Kassenschlager könnten somit auch massive Umrüstungskosten und Geschäftseinbußen drohen. Der Aktienkurs des Unternehmens sackte in den Tagen nach dem Unglück bereits ab. Boeing beharrt auf der Verlässlichkeit der in die Kritik geratenen Baureihe. "Wir haben volles Vertrauen in die Sicherheit", teilte hingegen der Konzern mit.

(APA/Red)

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