05.03.2021

Nachtgastronomen verzweifeln und wollen gehört werden

Die Aufregung nach dem Gastronomie-Gipfel Anfang März ist auch bei der heimischen Nachgastronomie groß, eine Öffnung ist in schier unerreichbare Ferne gerückt. Jetzt fordert man einen Runden Tisch mit der Bundesregierung.

Diesen Branchenbereich der Gastronomie hat es noch härter als die anderen getroffen, seit über einem Jahr ist man bereits geschlossen. „Selbst, wenn man hervorragend gewirtschaftet hat, ist es unmöglich einen Betrieb über ein Jahr hinweg ohne adäquater finanzieller Unterstützung des Staates am Leben zu erhalten“, zeigt Stefan Ratzenberger, Obmann des Verbandes Österreichischer Nachtgastronomen (VÖNG), auf.

Eine Öffnung für die Betriebe ist auch in nächster Zeit unrealistisch, aber zumindest brauche es eine Perspektive und die Hoffnung auf wirtschaftliche Unterstützung. Alle finanziellen Unterstützungen und sämtliche Lockerungsschritte in der Tourismusbranche sind rein auf die Hotellerie und Tagesgastronomie ausgerichtet. Auf die Anforderungen und die Besonderheit der Nachtgastronomie ging die Bundesregierung im vergangenen Jahr in keinster Weise ein, wie Ratzenberger beklagt. Im Zuge des Gastro-Gipfels ebenso nicht, der VÖNG fordert daher nun einen Runden Tisch mit der Bundesregierung.

Es hakt an mehreren Stellen

Die Gastgärtenöffnung bringt der Nachgastronomie ebenso wenig wie die 5 % Mehrwertsteuer, denn ohne geöffnet zu haben und ohne Umsatz gibt es auch nichts zu versteuern. Der Fixkostenzuschuss mit einer Deckelung von 90 % führt führe unweigerlich in die (verschleppte) Insolvenz, glaubt Razenberger. 100 % der Fixkosten müssen seit einem Jahr bezahlt werden, 10 % von den Nachtgastronomen selbst, die aber seitdem über keinerlei Einkünfte mehr verfügen. Das eigene Leben gehört schließlich auch finanziert. Er erwarte daher unzählige „Privatkonkurse“. 

„Das Ende der Fahnenstange ist erreicht!“, stellt Stefan Ratzenberger über die prekäre Situation der heimischen Nachtgastronomie fest. „Daher ist es so wichtig nun endlich eine eigene und rechtlich verbindliche Definition für die Nachtgastronomie zu schaffen. Nur so können maßgeschneiderte Hilfen konkretisiert und dort helfen, wo sie so dringend gebraucht werden.“    

In den vergangenen Monaten wurden unzählige Konzepte vorgelegt, nicht eines wurde weiterverfolgt, beklagt der Branchensprecher: „Es scheint fast so, als ob man uns damit in Hoffnung wägend und beschäftigt halten wollte.“ Man erhofft sich weiterhin branchengerechte Unterstützung, derzeit gebe es nichts. „Nicht einmal Licht am ein Ende des Tunnels, weil selbst dieser fehlt“, so Stefan Ratzenberger.  

(Red)

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