11.06.2019

NASA will Internationale Raumstation für Touristen öffnen

Ab 2020 solle es eine "kommerzielle" Nutzung der ISS für Weltraumtouristen geben, kündigte NASA-Finanzvorstand Jeff DeWitt in New York an. Die NASA wolle bis zu "zwei kurze Missionen pro Jahr für Privat-Astronauten" genehmigen, erklärte die für die ISS zuständige NASA-Vertreterin Robyn Gatens.

Die privaten Reisen ins All können laut NASA bis zu 30 Tage dauern. Bis zu einem Dutzend Weltraumtouristen könnten somit jährlich an Bord der ISS kommen. Dorthin sollen sie von zwei Anbietern gebracht werden, die derzeit Raumkapseln für die NASA entwickeln: das private US-Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk und der US-Flugzeugbauer Boeing.

Die beiden Unternehmen wählen die Weltraumtouristen aus. Hin- und Rückflug sollen rund 58 Millionen Dollar kosten. Für das Leben an Bord der Raumstation müssen die Urlauber laut DeWitt rund 35.000 Dollar täglich bezahlen. Die NASA rechnet mit ungefähr einem Dutzend privaten Astronauten pro Jahr.

Trump kritisiert NASA

Nach der Ankündigung der NASA hat US-Präsident Donald Trump mit Kritik an der Organisation für Verwirrung gesorgt. Das Staatsoberhaupt schien sich daran zu stoßen, dass die NASA als Grund für ihr Tourismus-Programm die Finanzierung einer bemannten Mondmission nannte.

"Für all das Geld, das wir ausgeben, sollte die NASA NICHT darüber reden, zum Mond zu fliegen - das haben wir schon vor 50 Jahren gemacht", schrieb Trump auf Twitter. Stattdessen solle sich die Behörde auf "größere Dinge" wie den Mars, die Verteidigung oder die Wissenschaft konzentrieren.

Trump schien damit dem von seiner eigenen Administration unterstützten Plan zu widersprechen. Dieser sieht vor, auf dem Mond einen Außenposten für eine geplante Mars-Mission zu errichten. Trump selbst hatte die "Space Policy Directive 1" im Dezember 2017 unterschrieben und sie als "das Fundament für eine Mars-Mission" beschrieben.

Wer kann sich das leisten?

Die neue Zielgruppe der Raumfahrtbehörde sind nicht nur Superreiche, sondern auch die US-Privatwirtschaft. So könnten die ISS-Labore für kommerzielle Interessen geöffnet werden und Werbefilme im Weltraum gedreht werden, hieß es. Zudem kündigte die NASA an, dass die Möglichkeit geschaffen werde, ein kommerzielles Modul an die Station anzudocken.

Die künftigen Gäste auf der ISS werden nicht die ersten privaten Besucher sein. Der erste von bisher sieben Weltraumtouristen dort war 2001 der amerikanische Multimillionär Dennis Tito.

(APA/Red)

 

Newsletter bestellen

Mediadaten