08.05.2018

Nestlé baut auf Dynamik von Starbucks

Um 7,15 Mrd. Dollar (5,97 Mrd. Euro) erkauft sich der Schweizer Lebensmittelriese das Recht auf die weltweite Vermarktung der Konsum- und Gastronomieprodukte der US-Kaffeehauskette.

 

Auch Starbucks ist in Zukunft ein bisschen Nestlé. Nicht Teil der Allianz sind die Starbucks-Cafés und die Fertiggetränke. Mit dieser Vereinbarung will Nestlé weiter wachsen, vor allem in Nordamerika, teilte das Unternehmen mit. Starbucks erzielt mit dem Handelsgeschäft einen Jahresumsatz von zwei Mrd. Dollar. Nestlé ist selbst mit den Kaffeemarken Nescafé und Nespresso im Geschäft.

Bei dem Handelsgeschäft geht es nicht um die bekannten weltweit über 28.000 Starbucks-Kaffeehäuser, sondern um das Handelsgeschäft. Künftig kann der Schweizer Nestlé-Konzern Starbucks-Produkte wie Kaffeebohnen oder gemahlenen Kaffee in allen Supermärkten vertreiben, ausgenommen sind die Fertiggetränke. „Das ist ein bedeutender Schritt für unser Kaffeegeschäft. Es ist die größte der schnell wachsenden Produktkategorien von Nestle“, sagte Nestlé-Chef Mark Schneider laut Mitteilung.

Mit Starbucks, Nescafé und Nespresso führe Nestlé drei „herausragende Marken der Kaffeewelt“ zusammen. Hinter dem Deal steckt aber auch die Absicht, die Position der Nummer 1 im Kaffeegeschäft abzusichern, zumal die deutsche Milliardärsfamilie Reimann umtriebig auf dem US-Markt investiert, wo die Schweizer schwächer sind als auf anderen Märkten. Starbucks wiederum kann auf die Integration in das Kapselsystem von Nespresso hoffen und muss keinen neuen, aufwändigen Vertriebskanal installieren.

Die Schweizer übernehmen mit der Transaktion rund 500 Mitarbeiter von Starbucks, Anlagevermögen wird nicht übertragen. Beide Unternehmen wollen zudem bei der Entwicklung und Markteinführung neuer Produkte zusammenarbeiten. Der Geschäftsbetrieb erfolgt unverändert in Seattle. Die Vereinbarung unterliegt den üblichen regulatorischen Genehmigungen und soll bis Ende 2018 abgeschlossen sein.

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