31.07.2020

Nestlé wächst solide aus eigener Kraft

Der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt wuchs im ersten Halbjahr um 2,8 Prozent.

Nestlé ist auch in der Coronakrise aus eigener Kraft weiter profitabel gewachsen. Der Hersteller von Nespresso-Kaffee, Purina-Tierfutter oder Cailler-Schokolade rechnet auch über das gesamte Jahr mit einem weiteren Zuwachs, dieser soll allerdings mit 2 bis 3 % etwas geringer ausfallen als bisher prognostiziert. Wegen der Verkäufe von Unternehmensteilen und des stärkeren Franken verminderte sich der ausgewiesene Umsatz zwar in den ersten sechs Monaten des Jahres um 9,5 % auf 41,2 Mrd. Franken (38,3 Mrd. Euro), wie der Konzern mitteilte.

Um die tatsächliche Leistung des Konzerns einschätzen zu können, achten Investoren jeweils auf das organische Wachstum, das solche Effekte herausrechnet. Demzufolge ist Nestlé um 2,8 % gewachsen, wobei das Mengenwachstum RIG bei 2,6 % und die Preiskomponente bei 0,2 % lag. Damit hat sich das Wachstum im zweiten Quartal auf 1,3 % verlangsamt. Im ersten Quartal hatte Nestlé organisch noch um 4,3 % zugelegt – unter anderem hatten Hamsterkäufe in den Industriestaaten das Geschäft angekurbelt. Vom Umsatz blieben im ersten Semester 17,4 % als bereinigter Betriebsgewinn übrig, nach 17,1 % in der Vergleichsperiode. Hier rechnet Nestlé jeweils Restrukturierungskosten, Verkäufe, Rechtsstreitigkeiten und weitere sonstige Kosten oder Erträge heraus.

Unter dem Strich verblieb dank den Verkäufen ein um 18 % höherer Reingewinn von 5,9 Mrd. Franken. Mit den Zahlen hat Nestle die Erwartungen der Analysten größtenteils übertroffen. Sie hatten laut einer Umfrage im Schnitt mit einem organischen Wachstum von 2,7 % und einer bereinigten operativen Marge von 17,0 % gerechnet. Der Umsatz wurde auf 41,6 Mrd. und der Reingewinn auf 5,5 Mrd. Franken geschätzt. Für das Gesamtjahr hat Nestle den Ausblick leicht gesenkt: Neu erwartet der Nahrungsmittelkonzern ein organisches Wachstum von 2 bis 3 %. Zuvor war Nestlé davon ausgegangen, das organische Wachstum (2019: 3,5 %) und die operative Marge (17,6 %) weiter verbessern zu können.

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