14.10.2020

Neue Konzepte statt Kopf in den Sand

Die Verleihung der Vorarlberger Tourismuspreise stand ganz im Zeichen neuer Ideen in Zeiten der Krise.

Erstmals vergab Vorarlberg Tourismus die begehrten „tourismus-innovationen“ im kleinen Kreis mit den Preisträgern. Der gewohnte Rahmen – das alljährliche Tourismusforum im Juni – wurde aus bekannten Gründen abgesagt. Damit verlängerte sich die Einreichfrist. „Viele haben die Chance genutzt, Projekte einzureichen, die sie während der Pandemie entwickelt haben. Sie sind der beste Beweis, wie kreativ die heimischen Gastgeber und Unternehmer der Krise begegnen“, freut sich Brigitte Plemel von Vorarlberg Tourismus.

Drei Hauptpreise

Bodensee-Vorarlberg Tourismus schuf mit dem Vorarlberger Kulturpicknick ein Corona-gerechtes Format für Freiluftveranstaltungen. Zum Gesamtpaket, das Veranstalter übernehmen können, gehören eine App zur Anmeldung und Kommunikation mit Besuchern, Picknickdecken und Proviant. Der Jury war es einen Hauptpreis wert.

Himmlisch nächtigen Gäste seit Mai 2019 im Alpencamping Nenzing. Die zehn Himmelchalets sind bis ins Detail durchdacht. Entworfen hat sie Architekt Reinhold Hammerer, umgesetzt haben sie lokale Partner. „Mit den innovativen Unterkünften spielt Alpencamping Nenzing im Sektor Glamorous Camping in einer eigenen Liga“, begründet die Jury den Hauptpreis.

Einen Hauptpreis erhielt auch das Hotel Gams für die Vinothek GAMS 1648. Das Stammhaus aus jenem Jahr ließ das Gastgeberpaar vom Keller bis in den vierten Stock öffnen. Hier findet sich nun eine Gaststätte. Ergänzt wird das Konzept durch die Blumenwerkstatt und einen Laden. 

Kreativ aus der Krise

Die Idee für die Flaniermeile Bezau „komm mit nach draußen“ entstand im Frühjahr. Jeden Samstag im Juni und Juli nutzten 21 Geschäfte und 8 Cafés und Restaurants ihre Vor- und Parkplätze für Sitzmöglichkeiten und Stände. Dafür gab es einen Anerkennungspreis.

Not macht erfinderisch – das bewies auch Peter Fetz vom Hotel Gasthof Hirschen in Schwarzenberg während des Lockdowns. Seine Antwort auf die Reisebeschränkungen war das mit einem Anerkennungspreis bedachte „Gasthaus zum Fernweh“: Dieses konnten Einheimische und Gäste aus dem Nahraum in fünf imaginären Restaurants stillen.

Kreativ reagierte auch Emanuel Moosbrugger vom Biohotel Schwanen auf die Krise. Er entwickelte zusammen mit Partnern das Servicetool ALMA. Auf dem 1,20 m langen Board werden die Teller für mehrere Personen kontaktlos auf einen Tisch geschoben und abserviert. Die elegante Lösung, die auch Essen im „familiy style“ ermöglicht, war der Jury eine Anerkennung wert.

Einen Anerkennungspreis gab es auch für das Hotel Post Bezau by Susanne Kaufmann für das Nachhaltigkeitskonzept, das bewusst auf Reduktion setzt. So verringern etwa eine kleine Speisekarte, À-la-carte-Frühstück und Vorauswahl der Abendmenüs die Lebensmittelverwendung.

Factbox: Vorarlberger „tourismus-innovationen“ 2020

Hauptpreise: Innovationsaward und 2.000 Euro

  • Alpencamping Nenzing – Familie Morik: Himmelchalets – Der Himmel auf Erden
  • Bodensee-Vorarlberg Tourismus GmbH: Vorarlberger Kulturpicknick
  • Hotel Gams GmbH, Bezau: GAMS 1648

Anerkennungspreise: Urkunde und 1.000 Euro

  • Verein witus & Bezau Tourismus: Flaniermeile Bezau „komm mit nach draußen“
  • Hotel Gasthof Hirschen, Schwarzenberg – Peter Fetz: „Gasthaus zum Fernweh“
  • Biohotel Schwanen Emanuel Moosbrugger: Servicetool ALMA
  • Hotel Post Bezau by Susanne Kaufmann: Nachhaltigkeitskonzept

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