19.06.2020

Neuer Takt in „Tatz“

Schockstarre, Tränen der Verzweiflung, Zweckoptimismus und nun die große Freude über die ersten Gäste. Die langsame Rückkehr in die touristische Normalität ist in Bad Tatzmannsdorf gelungen. Die vergangenen Monate haben den Prozess der touristischen Weiterentwicklung des Orts beschleunigt.

Bad Tatzmannsdorf ist mit über einer halben Million Nächtigungen und mehr als einhundertausend Gästen pro Jahr der stärkste Tourismusort im Burgenland. „Unsere Stärke ist die Vielfalt“, betonte der scheidende Kurdirektor Dietmar Lindau bei einem Pressegespräch im Golser Bier- und Weinbar in Wien. Für jede Lebenslage und Generation habe man das richtige Produkt. 

Nach 35 Jahren soll Lindau ab Spätsommer von einer „jüngeren Persönlichkeit“ abgelöst werden, wie es heißt, von der man frischen Wind im Tourismusgeschehen erhofft. Corona hat die Diskussion über die Ausrichtung des Kurorts, der heuer 400 Jahre Heilquelle feiert, in den kommenden Jahren weiter intensiviert. Geworben wird weiterhin mit „slow down and relax“, die Ausgestaltung der verschiedenen Aspekte, die darunterfallen, ändert sich.

Sicherheit, Natur, Wellness und Thermen

Bad Tatzmannsdorf positioniert sich als Zentrum der qualitätsvollen Entschleunigung. Gleich sechs Betriebe in Bad Tatzmannsdorf verfügen über eigene Thermenlandschaften. Peter Prisching, Geschäftsführer des AVITA Resort, ist davon überzeugt, „dass Bad Tatzmannsdorf eine perfekte Destination auch für ‚Urlaub dahoam‘ ist und gerade bei Regenwetter die neue Sommerfrische in Österreich stärken kann.“

Die Zeit der erzwungenen Schließung war eine schwierige, „wir haben uns teilweise alleine gelassen gefühlt“, erzählt Prisching auf Nachfrage von Hotel & Touristik zu den Unterstützungsmaßnahmen der Regierung. Vor allem habe es auch an der Kommunikation gemangelt, was die Vorbereitung für den Restart deutlich erschwert habe. „Das war Seiltanzen ohne Netz!“ Die Zeit inmitten von Corona habe man genutzt, um den Betrieb auf die Zukunft auszurichten. Außerdem sei man mit den Kollegen aus den anderen Betrieben noch enger zusammengerückt, der Austausch funktioniere nun noch besser als zuvor. Auch über die Bundesländergrenze hinweg in die Steiermark. 

Ein besserer Juni als 2019

Optimismus ist jedenfalls da, auch weil der Zuspruch der Gäste im Juni schon ein sehr guter war. Was noch fehlt, ist das Tagesgeschäft, so Prisching. Durch die Schließung habe man rund 2,5 Millionen Euro bei Umsatz verloren, einen zweiten Lockdown – in dieser Form – dürfe es daher nicht mehr geben.

„Wir hatten einen fulminanten Start“, freut sich Tourismuspionier Karl J. Reiter, der mit Reiters Supreme und Reiters finest Family Resort erfolgreich ist. Bei den Buchungen liege man diesen Monat im Vergleich sogar über dem Vorjahr, auch für die kommenden Monate schaue es nicht schlecht aus. Der Vorteil ist der sehr hohe Anteil an Stammgästen und dass der überwiegende Anteil aus Österreich selbst kommt. 

Insgesamt ist der in Bad Tatzmannsdorf noch Anfang des Jahres erhofft Anstieg bei den Nächtigungen um 5 % auf 525.000 heuer natürlich nicht zu schaffen. Die Tourismusgemeinde im Südburgenland lukriert übrigens rund 200.000 Nächtigungen im Bereich Wellness und 300.000 im Kur- bzw. Rehabilitations-Sektor. Leonhard Schneemann, Vorstandsdirektor REDUCE Gesundheitsresort, berichtet ebenfalls von einer guten Auslastung.

Viele Betriebe haben ihr Profil in dieser Phase weiter geschärft und sind nun besser für die Aufgaben der Zukunft vorbereitet als früher. Stärker in den Mittelpunkt rücken soll in Bad Tatzmannsdorf neben den bekannten Stärken jedenfalls die beeindruckende Natur des Südburgenlands. Auch mit der Möglichkeit Abstand halten zu können und viel Freiraum zu bekommen wird man bei den Gästen vermehrt punkten, sind die Hoteliers und Touristiker überzeugt.

 

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