17.07.2020

Niederösterreich investiert in MTB-Erlebnisse

Ein Bereich, der in der Corona-Zeit enorm gewachsen ist, ist das Radfahren. Grund genug, neue Maßnahmen und Strecken für diese Zielgruppe zu erstellen.

Die Sportart zählt zu den am stärksten wachsende zur Zeit. Das Radfahren generell, das Radfahren am Berg im speziellen, boomt. „Jeder zehnte Niederösterreicher bezeichnet sich mittlerweile als Mountainbiker, dazu kommen viele begeisterte Gäste aus Tschechien, der Slowakei und Ungarn. Mountainbiken hat also ein enormes touristisches Potenzial. Dabei gibt jeder Mountainbiker als Nächtigungsgast 110 bzw. als Ausflugsgast 60 Euro pro Tag aus“, meint Jochen Danninger, Tourismuslandesrat in Niederösterreich.

Bringt Wertschöpfung, aber polarisiert

Ziel sei es, so der Tourismuslandesrat weiter, neue Kunden zu gewinnen, die Bergerlebnisstandorte zu attraktivieren, die touristische Wertschöpfung zu erhöhen undNiederösterreich als tolle Mountainbike-Destination zu positionieren. „Mountainbiken bereitet Freude, ist gesund und bringt Wertschöpfung. Aber es polarisiert auch“, sagte Danninger, selbst begeisterter Mountainbiker, und präsentierte die neue Themenwebsite www.niederoesterreich.at/mountainbike.

Deshalb habe man eine eigene Roadshow quer durch das Land ins Leben gerufen, um das Mountainbike-Netz schrittweise miteinander zu überarbeiten, ein professionelles Wegemanagement einzuführen und Sicherheitskonzepte inklusive einer durchgehenden Rettungskette zu erarbeiten. Hierbei soll besonders auf das Miteinander wertgelegt werden, die langanhaltenden Konflikte mit den Grundbesitzern durch Versicherungen und Kommunikation sowie deutlichen Beschilderungen beigelegt werden.

Noch mehr Routen, klare Kennzeichnung

Im Wienerwald ist das bereits umgesetzt. Hier wurde von 43 auf 86 Routen erhöht, die Gesamtlänge von 1.100 auf 1.250 Kilometer ausgedehnt, es wurden sechs Singeltrails geschaffen und über 5.000 Orientierungspfeile erneuert. „Jetzt ist das Mostviertel mit seinen 70 Strecken und über 1.450 Kilometern an der Reihe, die mit Kosten von 280.000 Euro erneuert werden. Dazu kommen das Waldviertel mit 80 Strecken und 2.000 Kilometern sowie die Region Wiener Alpen mit 70 Strecken. Insgesamt werden wir über die ecoplus bis 2023 mindestens 3,5 Millionen Euro in die Mountainbike-Attraktivierung investieren“, rechnet Danninger vor.

Die Niederösterreichische Wirschaftsagentur ecoPlus mit Geschäftsführer Helmut Miernicki erläuterte, wie die Mountainbike-Strategie des Landes unterstützt werden soll, um die bestmöglichen Rahmenbedingungen mit einer optimalen Infrastruktur für Familien zu schaffen: „Wir bieten Regionalberatung und –planung, ein Projektmanagement auf Zeit, einen Leitfaden mit Anregungen und Tools zur einheitlichen Beschilderung etc., Musterverträge für die Wegehalterhaftpflichtversicherung und ähnliches. Die Förderhöhe richtet sich dabei nach der nachhaltigen Wertschöpfung.“

Ein gutes lebendiges Beispiel ist Lisa Ribarich, die Rad- und Mountainbike-Koordinatorin der Niederösterreich Werbung. Ribarich erklärt die drei Ebenen der Strategie, die vom lokalen Basisangebot („Radweg“) über touristisch relevante Ergänzungsangebote („Radroute“) bis hin zu den Leuchtturmprojekten wie Bikeparks und Trailcenter reiche: „In den Bikeparks Königsberg und Semmering etwa steht das Thema Downhill im Mittelpunkt, der Mini-Bikepark Annaberg und die Wexl Trails sind die Aushängeschilder für Familien. Das Waldviertel bietet mit dem Granittrail 153 Kilometer und mehr als 3.000 Höhenmeter“, zählt sie auf.

In allen Bereichen steht jedenfalls das Miteinander im Mittelpunkt, damit Wanderer, Mountainbiker und Grundbesitzer gleichermaßen zufrieden sein können.

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