01.02.2022

Niederösterreichs Tourismus auf Viertel-Tour

Neue Gesichter, neue Konzepte: In mehreren niederösterreichischen Tourismusdestinationen gibt es neue Geschäftsführer mit frischen Ideen. In vorerst drei Destinationen wurden Konzepte vorgestellt.

Für die Geschäftsführer der Tourismusdestinationen gab es zum Einstieg in die Position fand ein Arbeitstreffen mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Den Medien präsentierten sie dann jeweils vor Ort gemeinsam mit Tourismuslandesrat Jochen Danninger und Niederösterreich-Werbung-Geschäftsführer Michael Duscher ihre Zukunftsideen.

Im Weinviertel hat Hannes Steinacker übernommen, Akzente möchte er vor allem im Wein- & Kulinarik-Bereich sowie am Rad-Sektor setzen. „Erklärte Ziele für die kommenden Jahre sind eine Erhöhung der Nächtigungszahlen im Weinviertel sowie eine Steigerung der touristischen Wertschöpfung innerhalb der Region. Weiters soll ein Fokus auf qualitativ hochwertige Angebote für Urlaubs- und Ausflugsgäste sowie eine Digitalisierungs-Offensive gelegt werden“, so der Geschäftsführers der Weinviertel Tourismus GmbH mit Sitz in Poysdorf.

Wein, Genuss, Rad

Das Weinviertel als Österreichs größtes Weinbaugebiet hat touristisch betrachtet noch viel Potenzial. „Neben der Errichtung hochwertiger Unterkünfte mit Weinbezug und der Inszenierung der Weinviertler Kellergassen sind die Etablierung von Leitprodukten und weintouristischen Erlebnissen sowie ein moderner Außenauftritt erklärte Maßnahmen bzw. Ziele“, erläutert Tourismuslandesrat Jochen Danninger. Mit dem facettenreichen Radwegenetz mit einer Länge von mehr als 2.000 Kilometern und Produkten wie beispielsweise dem Iron Curtain Trail oder dem „Weinviertler Radlerpicknick“ ist man im Radtourismus schon gut gerüstet. 

Apropos Kulinarik: Die genussvolle Gelassenheit der sehr landwirtschaftlich geprägten Region soll noch mehr Menschen locken. Ein Highlight steht 2022 mit der Niederösterreichischen Landesausstellung „Marchfeld Geheimnisse – Mensch. Kultur. Natur.“ im Schloss Marchegg auf dem Programm. Die Tourismussaison für 2022 läuft im Weinviertel gut an, so liegt die Auslastung in Sachen Buchungen für „Tafeln im Weinviertel“ in den Sommermonaten beispielsweise bei bereits rd. 85 Prozent. Auch das Weinviertler Kellergassenkulinarium, das heuer erstmals geografisch in Richtung östliches Weinviertel ausgedehnt wurde, liegt bereits bei rd. 50 Prozent Buchungsauslastung.

Wichtig bei allen Maßnahmen in den Regionen ist es, Synergien zu nutzen und die Zusammenarbeit zwischen der Niederösterreich Werbung und den sechs Tourismusdestinationen weiterhin zu verstärken. „Gemeinsam werden wir Niederösterreich noch stärker als bisher als nachhaltiges, unverfälschtes und authentisches Urlaubsland positionieren. Wir werden uns dabei auf einige wenige Leitthemen konzentrieren, um so die besten Synergien für den Tourismus in Niederösterreich zu schaffen“, betont Michael Duscher, Geschäftsführer der Niederösterreich-Werbung GmbH. 

Waldviertel hat alles was es braucht

Auch im Waldviertel steckt das Jahr 2022 voller Chancen. Denn die Region biete genau das, wonach sich die meisten in Zeiten wie diesen sehnen: Bewegungsmöglichkeiten inmitten einzigartiger Naturlandschaft, echte Begegnungen, spannende Abenteuer und vielfältige Erlebnisse, betont Peter Sigmund vom Waldviertel Tourismus. Noch 2019 gab es mit 1,3 Millionen Nächtigungen sogar das beste Ergebnis für die Region seit Beginn der Aufzeichnungen. Trotz der zurückliegenden zwei sehr schwierigen Jahre gab es doch Erfolgsmeldungen. Vor allem die Sommermonate funktionierten vielerorts sehr gut, der Anteil an Gästen aus Österreich stieg deutlich.

Damit der Aufwärtstrend fortgesetzt werden kann, braucht es eine klare Strategie. Um Nächtigungen und Ankünfte weiter sukzessive zu steigern, setzt man nicht nur auf eine Saisonverlängerung sowie die Belebung der Neben- und Zwischensaisonen, sondern auch auf die Stärkung der touristischen Betriebe und Unterkünfte. „Hier ist der Grundstein schon gelegt“, weiß Landesrat Danninger. „Mittels neuer, innovativer Projekte und Kooperationsformen und dem bereits bewährten Betriebscoaching, versucht man mit konkreten Maßnahmen die Qualität stetig weiter zu verbessern.“

Die Ziele sind gesteckt, die Kompetenzen müssen nun vertieft und mit neuen Formaten weiterentwickelt werden. Die Stärkefelder der Region, auf die man aufbaut, sind „Regionaler Genuss & Handwerk“ (Waldviertel – ganz mein Geschmack!, waldviertelpur oder hochwertige Produkte vom Mohn bis zum Bier), „Gesundheit & Achtsamkeit“ (zum bisherigen Angebot wird das Thema Ruhe, Entschleunigung und Fitness forcieren), „Natur & Bewegung“ (zB. Ausbau von Kooperationen mit Nachbardestinationen) sowie „Kunst, Kultur & Geschichte“. „Es gilt nun das enorme Potenzial des Waldviertels zu nutzen, seine Kernkompetenzen zu stärken und auszubauen“, stellt Peter Sigmund, seit Jänner dieses Jahres neuer Geschäftsführer von Waldviertel Tourismus, fest. Erklärtes Ziel der Waldviertler Tourismusstrategen ist es, Ausflugsgäste zu Nächtigungsgästen zu machen. 

Wiener Alpen:  geändertes Reiseverhalten, neue Chancen

Auch wenn die Pandemie dem Tourismus derzeit zu schaffen macht, so bringt sie doch auch neue Chancen mit sich. Aspekte wie Nähe und Sicherheit gewinnen an Bedeutung, Reisende legen mehr Wert auf Freiraum und Natur. Alles Themen, die Niederösterreich neue Chancen eröffnen und auch in der landesweiten sowie in den regionalen Tourismusstrategien 2025 verankert sind. Dazu kommt der Trend zu Online-Buchungen, der in ganz Niederösterreich einen Digitalisierungsschub bewirkt hat. Damit ist die Zielrichtung auch für die Wiener Alpen in Niederösterreich – die Destination umfasst die Regionen Bucklige Welt, Wechselland, Wiener Neustadt, Semmering-Rax sowie das Schneebergland – für die kommenden Jahre vorgegeben. Die vier zentralen Themenbereiche lauten „Erlebnisse auf Buckln und Bergen“, „(Welt-)Kultur“, „Regionaler Genuss“ sowie „Gesunde und achtsame Lebenszeit“.

 Für die Umsetzung der Maßnahmen sind die neue Geschäftsführerin, Mariella Klement-Kapeller, und ihr Team in enger Abstimmung mit den touristischen Partnern in der Region und in Niederösterreich zuständig. „Wir arbeiten in drei Richtungen: Zum einen sind wir die Serviceplattform für TouristikerInnen in der Region und bieten umfangreiche Beratung und Unterstützung an. Zum anderen füllen wir die Marke Wiener Alpen in Niederösterreich mit Leben, damit sie einen festen Platz in den Köpfen und Herzen der Gäste erhält“, so die neue Geschäftsführerin. Das soll gelingen, indem man auf die „richtigen Marketingmaßnahmen“ setzt und gute Produkte und qualitativ hochwertige Kommunikationsinhalte kreiert. Das Jahr 2022 steht unter dem Motto „Sichtbarkeit“. Klement-Kapeller: „Wir wollen die Wiener Alpen und ihre PartnerInnen noch sichtbarer und touristisch begehrenswerter machen.“

Die Produkt- und Kommunikationsstrategie der Wiener Alpen sieht vor, wertschöpfungsstarke Leitprodukte in den Mittelpunkt zu stellen und sie weiter zu optimieren. Zu den bewährten Produkten wie „Haubenkoch trifft Hüttenwirt“, „Waldexpedition für Wirbelwinde“ oder „Schneeberg mit den Besten“ kommen neue Themen dazu. Im Mittelpunkt stehen dabei Angebote rund um die neue Sommerfrische, das Bedürfnis nach gesundem und achtsamem Lebensstil sowie Winteraktivitäten, die auch ohne Schnee möglich sind. Ein wichtiger Aspekt ist jeweils die öffentliche Erreichbarkeit der Ziele, um die umweltfreundliche Anreise der Gäste zu forcieren. 

Für Michael Duscher, Geschäftsführer der Niederösterreich Werbung GmbH, ist die enge strategische Zusammenarbeit von Landes- und Destinationsebene besonders wichtig: „Nur so können wir Synergien im Marketing und in der Kommunikation optimal nützen und unsere Profile weiter schärfen. Im Mittelpunkt müssen dabei die Qualität der Angebote und die Wertschöpfung stehen, um damit die GastgeberInnen und ProduzentInnen zu stärken.“

Branchen-News, die Sie wirklich brauchen!

Mediadaten