11.06.2020

Niedrige Eigenversorgung bei Obst und Gemüse

In Österreich wird weniger Obst und Gemüse angebaut, als im Land gebraucht wird. Zugleich wird mehr Fleisch produziert, als die Österreicher und Österreicherinnen konsumieren.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Umweltorganisation Greenpeace. Würden nicht 60 % der Agrarfläche für Tierfutter verwendet, könnte sich Österreich mit Obst und Gemüse ausreichend versorgen, argumentiert Greenpeace. Die geringe Selbstversorgung mit Obst und Gemüse könne in Krisenzeiten eine Schwachstelle in Österreichs Lebensmittelversorgung sein, warnt Greenpeace. Der starke Fokus auf die Fleischproduktion gehe auch auf Kosten der Umwelt. Österreichs Bauern produzieren laut Greenpeace-Berechnung 58 % des in Österreich konsumierten Gemüses und 46 % des benötigten Obstes.

Ohne Obstsorten, die in Österreich nicht wachsen, wie Bananen und Orangen, liegt die Eigenversorgung Österreichs mit Obst bei 71 %. Demgegenüber werde etwas mehr Fleisch erzeugt, als in Österreich gegessen wird. Dazu komme, dass die Österreicher rund drei Mal so viel Fleisch essen, wie als gesund erachtet wird. „Gemessen an dem, was für uns gesund wäre, produziert Österreich also sogar über 300 % des Fleischbedarfs“, schließt Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace, aus einer Greenpeace-Berechnung. 60 % der Ackerflächen Österreichs werden für den Anbau von Futtermitteln genutzt, weitere 20 % als Weideflächen, sodass rund 80 % der landwirtschaftlichen Fläche der Ernährung von Tieren dienen, so Greenpeace. Und da Agrarförderungen großteils nach Fläche berechnet werden, fließe auch der Löwenanteil der Agrarförderungen in die Produktion von tierischen Lebensmitteln. EU-weit gehen jährlich 28 bis 32 Milliarden Euro an Tierhaltungsbetriebe oder Betriebe, die Futtermittel für Tiere erzeugen. Das seien 69 bis 79 % aller EU-Agrar-Direktzahlungen.

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