26.11.2021

Noch ist die Saison nicht verloren

Barbara Winkler, Chefin in der Kaiserlodge in Scheffau und ÖHV-Vorsitzende in Tirol, hat noch Hoffnungen.

Über mangelnden Gesprächsbedarf kann sich die Hotelière vom Wilden Kaiser nicht beschweren. „Es gab schon viel Reaktionen und Anfragen aus der Branche, wie und vor allem wann es weitergeht. Stark betroffen vom aktuellen Lockdown sind natürlich Betriebe, die unmittelbar vor der Öffnung standen und ihre Mitarbeiter bereits angemeldet haben. Aber, ich sage mal, das Gros hätte sowieso frühestens ab Mitte Dezember erst aufgesperrt. Auch in der Kaiserlodge ist der Start in die Wintersaison erst für 17. Dezember geplant. Es könnte sich also noch ausgehen“, versprüht Winkler noch einen Funken Hoffnung.

Behandlung der Kinder als Entscheidungskriterium

Aus Winklers Sicht entscheidend wird sein, wie „der Impf- bzw. Quarantänestatus bei Kindern bis zwölf Jahren geregelt wird. Sollten ausländische Gästekinder bei einem Urlaubsaufenthalt bei uns danach in Quarantäne müssen, dann können wir das Geschäft abschreiben. Hier muss eine klare Entscheidung getroffen und – ich betone – sofort kommuniziert werden. Sonst wird das nichts. Wir haben jetzt schon alle Hände voll zu tun, um urlaubswilligen Gästen den Status quo zu erklären, was bei immer neuen Verordnungen gar nicht so einfach ist. Wir stehen im engen und permanenten Kontakt mit unseren Gästen, sie würden auch sofort kommen, aber während dieser Ungewissheit geht es eben nicht anders.“

Sensationeller Sommer

Schwierig stuft Winkler für viele Betriebe die Mitarbeitersituation ein, auch deshalb, weil sich darunter einer gewisser Anteil Ungeimpfter befindet. Beziffern kann sie das nicht, weiß aber aus eigener Erfahrung: „Ein Abteilungsleiter, der schon zwanzig Saisonen bei uns ist, weigert sich kategorisch, impfen zu gehen. Ok, jeder entscheidet für sich, aber ich kann ihn halt für meinen Betrieb nicht anmelden.“

Generell, beklagt Barbara Winkler, hätte man sich ohne wirkliche Not in die Situation manövriert. „Wir hatten heuer einen Sommer wie noch nie. Wir verbuchten eine Auslastung von über 90 Prozent und es ist alles sehr zufriedenstellend und harmonisch verlaufen.“ In der Kaiserlodge in Scheffau stehen immerhin über 400 Betten zur Verfügung. Auf der Suche nach den Gründen für den tollen Sommererfolg meint Winkler zu Stammgast.Online: „Bei uns gibt es schon ein sehr großzügiges Platzangebot. Da findet jeder Gast schnell eine ruhige Ecke, in die man sich zurückziehen kann. Organisatorisch lief auch alles sehr gut, es gab keine Warteschlangen beim Buffet und auch sonst achteten wir peinlich genau drauf, Ansammlungen jeder Art von vornherein zu vermeiden.“ Als gestandene Unternehmerin ist Winkler mit einer Portion Grundoptimismus ausgestattet, wenn sie abschließend meint: „Es könnte sich wirklich noch ausgehen.“

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