28.01.2021

Obergrenzen für Corona-Hilfen werden massiv erhöht

Wichtige Entscheidung: Die EU-Kommission erhöht die Obergrenzen für Corona-Hilfen um das Doppelte bzw. Dreifache.

Unternehmen, für die bisher eine Corona-Hilfe-Obergrenze von 800.000 Euro galt, können nun bis zu 1,8 Millionen Euro erhalten. Zeitgleich wurde die Obergrenze für Fixkostenzuschüsse von 3 Millionen auf 10 Millionen Euro ausgeweitet. Die neuen Bestimmungen gelten statt bis Juni bis Ende 2021.

Das rettet die mittelständische Wirtschaft in Europa in der größten Wirtschaftskrise seit vielen Jahrzehnten, betont die Hoteliervereinigung (ÖHV) in einer ersten Stellungnahme. Erleichtert zeigt sich auch die Obfrau des WKÖ-Fachverbandes Hotellerie, Susanne Kraus-Winkler: „Die Anhebung ist vor allem für größere Hotellerie-Betriebe ein überlebensnotwendiger Schritt, der langfristig auch zahlreiche Arbeitsplätze sichert.“ Robert Seeber, Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, schnauft ebenfalls durch: „Die nun mögliche Anhebung auf 1,8 Mio. bzw 10 Mio. Euro ist für viele unserer Betriebe ein Hoffnungsschimmer und schafft wieder eine Perspektive in dieser enorm fordernden Zeit.“

„Seit Monaten haben wir Druck auf die EU-Kommission gemacht, immer und immer wieder das Gespräch gesucht und verhandelt. Nun hat sich diese Hartnäckigkeit bezahlt gemacht und wir können Betriebe, die sonst an die Deckelung gestoßen wären, weiterhin unterstützen und durch die Krise bringen“. freut sich auch Tourismusministerin Elisabeth Köstinger.

Nachbesserungsbedarf für große Arbeitgeber

Obwohl man die Entscheidung begrüßt, würde sich ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer noch Nachbesserung für große Arbeitgeber wünschen. Denen helfe der novellierte Beihilfenrahmen nämlich nur bedingt: „Wo auch 10 Millionen Euro zu wenig sind, und diese Betriebe gibt es in ganz Europa zu Tausenden, müssen wir in Österreich einen Schritt weiter gehen und wie Deutschland mit der Novemberhilfe/Extra die Finanzierungslücke für große Unternehmen schließen. Nur wer die rettet, rettet auch ihre Zulieferer und Auftragnehmer“, verdeutlicht Reitterer und weiter: „Jedes große Unternehmen gibt den Großteil seiner Einnahmen an seine Mitarbeiter, die öffentliche Hand und seine Zulieferer und Auftragnehmer. Keine dieser drei Gruppen kann sich leisten, dass wir unsere großen Unternehmen – egal welcher Branche – verlieren. Es ist in unser aller Interesse, dass hier nachgebessert wird.“

Die ÖHV ist dazu bereits in Gesprächen und schickt der Regierung in den kommenden Tagen einen Entwurf.
 

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