01.06.2022

Österreichs Tourismus bleibt stabil stark

Die Nächtigungsbilanz der Wintersaison und die Buchungslage für den Sommer beweisen die Resilienz der heimischen Tourismuswirtschaft. Knackpunkt bleibt der Arbeitsmarkt.

Österreichs Position als eines, wenn nicht das beliebteste Winterurlaubsland, hat sich auch in der vergangenen Saison bestätigt (mehr dazu hier). „Vor allem die zweite Saisonhälfte ab Februar (konnte) gut genutzt werden“, so Staatssekretärin Susanne Kraus-Winkler. „Dies ist auch ein klares Signal dafür, dass mit den gelernten Präventionskonzepten und der Impfung eine sichere Wintersaison auch ohne Lockdown, wie etwa in der Schweiz, möglich ist.“ Erfreulich ist der beständige Aufwärtstrend, Monat für Monat verringert sich der Abstand zum Vorkrisen-Niveau 2019. Im April liegt das Nächtigungsergebnis mit 7,5 Millionen nur noch um 8,5 Prozent unter den Werten von 2019. 

Pfingsturlaub ist Heimaturlaub

Die Hoteliervereinigung verkündet jedenfalls für das kommende Pfingstwochenende schon einmal gute Aussichten. Gemeinsam mit den Meinungsforschern von mindtake wurden 1.000 Österreicher:innen nach ihren Urlaubsplänen für Pfingsten befragt: 23 % nutzen das lange Wochenende auf alle Fälle für einen Urlaub, 62% von ihnen im Inland. „Das sind großartige Nachrichten für die Branche. Aber klar: Von Wellness über Aktiv- und Genussurlaub bis hin zum Städtetrip bietet unsere Top-Hotellerie ein unschlagbares Angebot zu einem unschlagbaren Preis“, betont ÖHV-Präsident Walter Veit, selbst Gastgeber in Obertauern. 

Veit ist zuversichtlich, dass sich zusätzlich zu den 23% Fixstartern noch ein guter Teil der 22 % Unentschlossenen kurzfristig motivieren lässt, vor allem, weil so kurzfristig gebucht wie noch nie. Am beliebtesten bei den Inlandsurlaubern sind die Steiermark mit 23 %, Kärnten mit 15% und Salzburg mit 12%. Diese drei Bundesländer werden über die Feiertage gemeinsam die Hälfte aller Inlandsgäste beherbergen. In der Städtehotellerie könnte zu Pfingsten die Auslastung auf 70 % klettern. 

Arbeitskräfte entscheiden über den Erfolg der Branche

Die Sommersaison schaut vielversprechend aus, wird jedoch vom großen Arbeitskräftemangel und den extremen Teuerungen stark belastet. Um diese wieder vorhandene Nachfrage auch bewältigen zu können fehlen tausende Mitarbeiter, die entweder die Branche verlassen haben oder zum Beispiel auch nicht mehr aus den bisherigen EU-Mitgliedsländern in dem Maße zurückgekommen sind, wie dies bisher der Fall war. „Wir müssen jetzt alles daransetzen, den durch die Teuerungen besonders betroffenen Tourismussektor zu entlasten sowie Lösungen für den Arbeitskräftemangel zu finden. Der Wirtschafts- und Tourismusaufschwung darf nicht durch fehlende Arbeitskräfte gefährdet werden. Allen ist bewusst, dass es für die bereits begonnene Sommersaison mehr Lösungen braucht, hier bemühen wir uns um eine möglichst schnelle Einigung,“ so Kraus-Winkler. Die RWR-Karte als auch die Stammsaisonier-Regelung, sind wichtige Instrumente, aber seien in der jetzigen Situation und vor allem für diesen Sommer noch nicht ausreichend, wenn es darum geht Mitarbeiter anzuwerben. Dazu kommt, dass alle Branchen händeringend Mitarbeiter suchen. Die Staatssekretärin betont zudem, dass in den kommenden Wochen eine planbare Corona-Herbst- und Winterstrategie finalisiert wird, in die „alles bisher Gelernte“ einfließt.

Weiterer Aufwärtstrend notwendig

Hans Spreitzhofer, Obmann des Fachverbandes in der Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Nachfolger von Susanne Kraus-Winkler in dieser Position, zeigt sich jedenfalls für die Sommersaison optimistisch. „Für die Hochsaison ist die Buchungslage quer durch alle Bundesländer gut und auch in den Städten zieht der Seminartourismus wieder an, was sich auf die Buchungen niederschlägt“, verrät Spreitzhofer.

Anders sieht es beim Blick auf den Herbst und die nächste Wintersaison aus, denn es gibt sehr deutlich Unsicherheit bei Anfragen und Buchungen für Herbst und Winter. „Wir brauchen hier klare Ansagen und eine Strategie, wie mit einer etwaigen weiteren Pandemie-Welle umgegangen wird. Vor allem brauchen wir ein felsenfestes Bekenntnis der Regierung, dass es keine weiteren Lockdowns und keine Vorverlegung der Sperrstunde mehr geben wird“, fordert der Branchensprecher.

Branchen-News, die Sie wirklich brauchen!

Mediadaten